Papst verteidigt „Klapse auf den Hintern“

29.05.2015: Mittelbayerische

Das Oberhaupt der Katholiken bekräftigt seine Haltung zur Kinderzüchtigung – und heimst Lob bei Abtreibungsgegnern ein.

ROM. Papst Franziskus hat seine umstrittene Haltung zur Kinderzüchtigung bekräftigt. „Ich sage immer: Man soll ein Kind nicht ins Gesicht schlagen, weil das Gesicht heilig ist. Aber zwei oder drei Klapse auf den Hintern schaden nicht“, sagte der Papst in einem Interview mit der argentinischen Zeitung La Voz del Pueblo, das bereits am vergangenen Sonntag veröffentlicht wurde. Weiter lesen…

7 Kommentare

  1. hildegard schreibt am :

    „Steigende Zahlen geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen in Argentinien“ – das Land kam unter dem Stichwort ‚Femizid‘ in der Wikipedia-Liste bis zu den Nachrichten von heute noch nicht vor …
    Wie denkt Papst Franz über diese Nachricht, wie über Patriarchen und Machos – nicht nur dort?
    Was tut er, was tun Politiker gegen die wachsende Gewalt?
    Was tut unser Bundespräsident, was die Kanzlerin, was der BMI beim Kirchentag, ‚damit wir klug werden‘?

    Warum wird Gewalt aus Kriegen ins Privatleben übertragen? Warum mögen Männer glauben, Gewalt gegen Frauen und Kinder sei normal? Warum sind die Kinder gewaltinfiziert? …

    Wer ändert die Strukturen tödlicher Gewalt?

  2. Marlis Fischer schreibt am :

    „Wer ändert die Strukturen tödlicher Gewalt?“

    Ich fürchte niemand, da leider nur wenige durchschauen, was auf dieser Welt tatsächlich mit Frauen geschieht, und wir in Europa meinen, wir sind weit weg von dem voranschreitenden Femizid.

    Liest frau die feministischen Autorinnen der 80ger Jahre, wie z.B. Mary Daly, und vergleicht sie mit der heutigen Lage der Frauen weltweit, so kann frau nur sagen, es hat sich NICHTS geändert, im Gegenteil, es ist alles noch grauenvoller geworden. Maria von Welser hat dies in ihrem kürzlich erschienen Buch erneut dokumentiert.
    Mich persönlich täuschen darüber auch nicht ein weiblicher Bundeskanzler und ein weiblicher Verteidigungsminister hinweg. Anpassung an phallokratische Systeme halten viele Frauen inzwischen für einen gangbaren Weg. Die Resultate dessen sind im gesamten sozialen Bereich in diesem unserem Lande mehr als offensichtlich, menschliche Verelendung eingeschlossen. Die Vita einer Frau zum Ende dieses Jahrhunderts, die versucht hat Partnerschaft, Kinder, Beruf und alte Eltern zu vereinbaren, wird in einer Katstrophe enden. Auch das ist eine, wenn auch sehr moderne, Form von Femizid.

    Selbst die jungen Frauen, die doch so emanzipiert wirken, sind nicht in der Lage, ein klares Signal an diesen phallokratischen Staat Vatikan zu senden und zu sagen, jetzt ist Schluss, wir schützen unsere Kinder vor solchen Äußerungen. Es mangelt an Solidarität und an der Erkenntnis, dass sie, nicht anders als ihre Urgroßmütter, zum Stillhalten und Schweigen hin lanciert werden und ihnen (ein klein bisschen) Gewalt als völlig normales Mittel untergeschoben wird.

    Möge die Erkenntnis kommen, dass gerade Frauen auf dieser unser aller Welt in höchster Gefahr sind.

  3. hildegard schreibt am :

    … leider ja – Anpassung an phallokratische Systeme halten viele Frauen inzwischen für einen gangbaren Weg.
    Kein Mensch lernt ANDERS zu denken:
    Welche Schule dürfte ANDERES als ANPASSUNG lehren?
    Wer traut sich ANDERS als alle gegen den Strom zu schwimmen?
    Wie lässt sich die notwendig andere Ethik installieren?

    Was muss noch passieren, dass mächtige Frauen den Trugschluss ihrer eigenen Anpassung durchschauen – und die RICHTUNG ändern?

  4. Angela Ebert schreibt am :

    Möge die Erkenntnis kommen, dass gerade Frauen auf dieser unser aller Welt in höchster Gefahr sind.
    Ich würde die Kinder noch hinzu nehmen wollen, nicht nur die weiblichen, ist dazu zu bemerken.

    http://hinter-den-schlagzeilen.de/2015/06/06/aufruf-zu-mehr-menschlichkeit-2/

    Arno Grün, Eugen Drewermann und Konstantin Wecker, ein sehr bemerkenswerter Beitrag zur derzeitigen Situation. Arno Grün spricht zu Beginn der Veranstaltung auch über die evtl. Möglichkeiten der weiteren Entwicklung. Mir hat es die Augen geöffnet und ich möchte, so es mir gestattet ist, empfehlen, diesen wunderbaren Menschen einmal zuzuhören, nach Möglichkeit ohne Vorurteile. Mich hat es sehr beeindruckt und auch weiter gebracht in meinem Denken und Fühlen und in der so wichtigen Einschätzung in diesen Zeiten der strukturellen Gewalt, einer Gewalt die Ziele hat. Diese 2,5 Std. sind es wert!!

    Danke für dieses Forum, danke für die Offenheit der Diskussions-Beiträge.

  5. hildegard schreibt am :

    … danke für den ’starken‘ Link aus Luzern mit eigenständigem Denken, verantwortlichem Handeln und Empathie.
    Und jetzt werden wieder etliche Mrd. für MEADS und weitere für „den guten Krieg“ – nämlich den Krieg ‚der Guten‘ gegen ‚die Bösen‘ – locker gemacht. Frauen spielen hier eine unrühmliche Rolle.

    Was HÄTTE die einstige Familienministerin damals für Kinder in Deutschland und in armen Ländern allein in Sachen KINDERSCHUTZ und BILDUNG tun können! – Seit Merkel vermieden sie alle peinlichst unser ‚Brandthema‘, das wir immer wieder „mit brennender Sorge“ (seit ’93!) für die nach uns betroffenen Kinder beschrieben …

    Wie anders WÄRE das Bewusstsein von Frauen beeinflusst worden durch die ehemalige Ärztin – HÄTTE sie sich nur genau so energisch und finanzkräftig für den mitfühlenden Schutz des KINDES einsetzen wollen/können/dürfen!

    Mit anderen Frauen zusammen MÜSSTE sie heute sehr genau hinsehen auf die irrsinnige ‚Logik‘ der von Macht besessenen Männer, die derartige „Wahnsinnskonzepte zur Sicherung der Reviere“ erfinden um mögliche Sicherheitslöcher zu stopfen. Getrieben von ÄNGSTEN und Schuldgefühlen. Unsere Väter glaubten ihnen, auch den damaligen Herren der angeblichen ‚Verteidigungsarmee‘, unsere Mütter wählten sie, die „christlichen Demokraten“ – unisono …

    Krieg ist Mittel zum Zweck – zum Ziel – zum Krieg. Ein Kreisel.
    „Strukturen des Bösen“, lt. Drewermann!

  6. Angela Ebert schreibt am :

    Hildegard, dies hat mich sehr beeindruckt, es ist soviel Wahrheit darin, darum.

    Laut Arno Grün, er ist Psycho-Analytiker und hat sich offensichtlich viele Gedanken gemacht zur Mensch-Werdung, zum Mensch-Sein, verachtet der Mensch die Schwachen und Hilfebedürftigen, in der Einführung spricht er auch von der Angst die die Abwehr verursacht, auch davon das wenn Mensch fühlt, wirklich fühlt, nicht mehr denken kann, nur noch fühlen. ALLES richtig, meine Meinung, aus eigener Erfahrung heraus.

    Sind wir zu viel im Denken, im Kopf, vernachlässigen wir das Fühlen, das auch seine Zeit und Berechtigung haben muss, des Mensch-Seins wegen.

    Was ich sagen möchte ist, wir sollten uns selbst nicht vernachlässigen, für uns selbst sorgen (dürfen!), und uns ab und an einmal die Zeit nehmen in unser Innerstes zu schauen, Selbstreflexion zu ermöglichen, um den eigenen Standpunkt zu überprüfen. Will man etwas „Bewegen“ braucht es einen sicheren Stand und ich wünsche viel Freude dabei es zu versuchen.

    Empathie und Mitgefühl sind Eigenschaften die gefördert und auch gepflegt werden wollen, denen man sich bewusst zuwendet, sie ein Leben lang entwickelt, im besten Sinne. Es ist Prinzip, eine Lebenshilfe, an dem ich mich orientieren kann, erkennen kann wer vor mir steht, mit wem ich es zu tun habe, ein Leitfaden des Lebens um die persönliche Einschätzung zu verbessern. Sehr wichtig für Gewalt-Opfer um sich vor weiterer Gewalt schützen zu können.

    Und Eugen Drewermann, über 1 Std. aus dem Stand, ohne schriftliche Vorlage, was ist in diesem wundervollen Mensch alles an Wahrheit drin, an Wissen, an Lebenserfahrung, ich bewundere das sehr!

    Wir müssten das Wort und die Bedeutung „Menschlichkeit“ eigentlich vollkommen überdenken, überprüfen, neu definieren, erklären.

  7. klaraklara schreibt am :

    Was tun unsere Politiker/innen? Sie schaffen ein Gesetz, dass die nicht medizinisch begründete „Beschneidung“ kleiner Jungen extra erlaubt. (Die katholische und evangelische Kirche hatten diesen Weg natürlich unterstützt). Diese Körperverletzung zu veranlassen, wurde mit dem Paragraphen 1631 d des Bürgerlichen Gesetzbuches als Teil der elterlichen Sorge deklariert.

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