Schule und Gesellschaft – die Radikalkritik

20.08.2015: Stifterverband

Nicht Eltern, die gegen die Schulpflicht ihrer Kinder rebellieren, bedrohen unser Bildungssystem. Schule in ihrer jetzigen Form funktioniere einfach nicht mehr, erklärt Gerald Hüther, Hirnforscher an der Universität Göttingen. Ein allgemein akzeptiertes Beziehungsmuster, das andere Menschen zu Objekten degradiert, mache die Gesellschaft kaputt.

„…Unter solchen Bedingungen, wo man aus einer Gemeinschaft ausgeschlossen wird, werden im Hirn die gleichen Netzwerke aktiviert, die auch dann aktiviert werden, wenn man dem Kind körperliche Schmerzen zufügt. Das ist sogar bei Erwachsenen noch so. Und da hat man das auch gezeigt. Das heißt, das das erste Mal erlebt, dass es so, wie es ist, nicht richtig ist, hat ein riesiges Problem. es wird als Objekt behandelt, erlebt, das kann es noch nicht formulieren, aber erlebt es so. Und in dem Augenblick, wo das passiert, schrumpft die gesamte Wahrnehmung der Welt zusammen auf die Notwendigkeit zur Behebung dieses Problems, Das heißt, die ganze Aufmerksamkeit geht dann auf die Frage: Wie komme ich hier raus? Und da gibt es zwei Lösungen. Die eine Lösung ist die einfachste: Ich mache einfach den anderen auch zum Objekt meiner Bewertungen und sag: Blöde Mama! Dann ist das Kind in unserer Beziehungskultur angekommen. Das ist nicht angeboren. Das erwirbt es, weil es diese Erfahrung macht und dann diese Lösung findet und dann sich in unserer Welt auch bestätigt fühlt, weil es machen ja alle anderen auch so. Und dann gibt es Kinder, die tatsächlich besser werden in der Manipulation anderer, und das ist die wesentliche Lernerfahrung, die sie machen. Auch in dem Bildungssystem geht es nur noch darum, andere zu manipulieren und besser zu werden als die anderen. Es geht eigentlich gar nicht um Mathematik oder Biologie oder Aneignung von Weltwissen. Es geht nur darum: Wie kann ich das alles benutzen, damit ich anderen zeigen kann, dass ich besser bin, damit ich andere besser für meine Absichten und Zwecke verwenden kann? Das ist dei eine Gruppe, und die anderen Kinder sind noch schlechter dran. Die können das aus irgendwelchen Gründen nicht, andere zum Objekt zu machen. Die machen es mit sich selbst. Die sagen dann: Ich bin zu doof. Ich bin zu blöd, ich kann kein Mathe, ich bin nicht liebenswert, ich bin nicht schön genug….“

Ein Kommentar

  1. Angela Ebert schreibt am :

    Oh wie wahr!
    Und wie un-wissend, auch sehr einfach strukturiert, immer noch effektiv?!
    Oder sollte ich sagen, oh wie un-bewußt und wenig selbst-bewußt?!
    Das menschliche SEIN ist nicht einfach und immer mit Arbeit verbunden, mit Kopf-Arbeit, der Bauch als unsere Intuition und Energie-Zentrum ist auch sehr wichtig, mit Herz-Arbeit, mit ständigem refektieren des SELBST. Es gibt seit jahrzehnten bis heute prima Theoretiker und -Innen. Die Kunst ist es in das Leben zu übernehmen, die KUNST ist es tatsächlich! Dazu braucht es Mut und De-mut, liegen auch dicht beieinander. De-mut ist besser, da liegt das Wort Mut schon drinnen 😉
    Das ganze ist sehr schwierig bis unmöglich wenn sich Mensch als Objekt, nicht als Subjekt, empfindet und erfährt, eine fürchterlicher Erfahrung und doch so allgemein bekannt, ja sogar gesetzlich inKraft durch die Schröder´sche Agenda-Ideologie, der Hartz-Gesetzgebung.
    Alles klar?!
    Die nächste Stufe der Evolution ist die Mensch-Werdung im wahrsten Sinne des Wortes. Eine große Aufgabe die mit dem ersten Schritt beginnt und jeder einzelne Mensch muss sie selbst erarbeiten, selbst erreichen, selbst daran arbeiten, bis zum Ende seines Lebens.
    Ich bin sehr froh und sehr dankbar das es Menschen wie diesen Gerald Hüther gibt!!!

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