Traumatisierte Flüchtlinge

16.09.2015: Frankfurter Allgemeine

„Mindestens die Hälfte der Menschen ist psychisch krank“

Besonders Flüchtlinge aus Syrien suchen nicht nur eine bessere wirtschaftliche Zukunft. Die meisten von ihnen fliehen vor Krieg und Gewalt, davon zeugen ihre psychischen Verletzungen. Psychotherapeuten fordern deshalb eine bessere Betreuung.

Die Zahlen sind hoch: 70 Prozent der hier lebenden erwachsenen Flüchtlinge und 41 Prozent der Kinder und Jugendlichen wurden Zeugen von Gewalt. Über die Hälfte der Erwachsenen hat selber Gewalt erfahren, bei den Kindern sind es 15 Prozent. Ein Großteil der Erwachsenen mussten Folterqualen über sich ergehen lassen. Auch sexueller Missbrauch ist keine Seltenheit. Weiter lesen…

4 Kommentare

  1. Eva schreibt am :

    Wie viele Menschen waren durch den 1. und 2. Weltkrieg traumatisiert bzw. psychisch krank ?
    Das hat kaum jemand gefragt.
    Wenn, wie in der Überschrift behauptet, 50% der Flüchtlinge psychisch krank sein sollen, also bald von vorausgesagten 1 Million Flüchtlingen nur in diesem Jahr in der BRD 500.000 psychisch krank sein sollen, kollabiert unser Gesundheitssystem.

    26 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht.
    Und die Waffenfabriken verdienen sich eine goldene Nase.

  2. Angela Ebert schreibt am :

    Psycho-Therapeuten fordern eine bessere Betreuung…
    Wollen wir hoffen das die Termine nicht Monate an Wartezeit brauchen, wie es häufig, seit Jahren schon, der Fall IST!
    Vielleicht wird dadurch auch manch einem gutachterlich tätigen Psycho-Therapeuten/med. Gutachter klar was eine Traumatisierung IST und wie schwerwiegend die Einschränkungen sein können.
    In Zeiten der gelebten Agenda-Ideologie hat es nämlich den Anschein das den Betroffenen manchmal die individuelle persönliche Anerkennung abhanden kommt, aus wirtschaftlichen Gründen und der Budgetschonung.
    Es gibt zu viel strukturelle Gewalt in diesen Zeiten, zielführende GEWALT.
    Ob das die Psycho-Therapeuten ver-ändern können??
    Alles Gute für eine bessere Betreuung wünsche ich ALLEN von Gewalt Betroffenen, von ganzem Herzen!

  3. Karin2 schreibt am :

    Vielleicht wäre es eine gute idee, sie zunächst nicht weiter zu traumatisieren.
    Ich denke da beispielsweise an Genitaluntersuch von minderjährigen Flüchtlingen zur Altersfeststellung. Diese ist soo freiweillig, wenn man sie nicht macht wird man als Erwachsen erklärt und bekommt damit weniger Rechte(Schule Jugendhilfe)http://www.sueddeutsche.de/politik/hamburg-genitaluntersuchung-bei-unbegleiteten-fluechtlingen-1.2544855

    Deutsche Therapeuten haben in der Regel einen recht reichen Hintergrund- auch wenn sie selber vielleicht im Vergleich zu anderen Ärzten nicht die Welt verdienen mögen. Irgentwie muss so eine Ausbildung ja bezahlt werden und ich habe mal gehört, dass so eine Zulassung abgekauft werden muss- wie auch immer ich komme aus diesen Land hier und lebe Dauerprekär-hier war das Kulturgefälle schon zu hoch.Die haben nie meine Lebensituation verstanden- wie mag es da erst Flüchtlingen gehen.

    Ich würde für mich und auch die Flüchtlinge erstmal eine Grundversorgung fordern und auch eine gewisse Teilhabe am gesellschafltichen Leben-Und Therapie ja- aber dass man selbst bestimmen kann was das für einen Bedeutet- also dass man das Geld auch für anderes ausgeben kann, was einen therapeutischen Nutzen hat-
    das ist auch schon sehr kritisiert worden was internationale Hilfe angeht, wenn da westliche Helfer angeschissen kommen und ihre therapeutischen Konzepte einfach überstülpfen- auch wenn es in der jeweiligen Kultur gar keinen Sinn macht.

  4. hildegard schreibt am :

    Wie wahr: 2 Weltkriege, aus denen der Macht-Mensch nichts gelernt hat. Nach 70 Jahren noch schleppt Europa schwer an übertragenen Kriegsängsten. Gewalt dominiert in vielen Familien. Aus Furcht erkennen wir die Grundmuster der Gewaltstrukturen immer noch nicht. Macht verlagert gern Probleme – statt sie zu lösen – vor Jahrhunderten Eroberungen mit Unterwerfung, Zerstörung, Raubbau, Ausbeutung, Erniedrigung. Geschichte?
    Machtkalkül heute produziert im globalen Freihandel mit Drogenkartellen, Waffenhandel und religiösen Absolutheits-Ansprüchen Versklavung, Armut, Elendsflüchtlinge, Tote, Traumatisierte. Völker werden in die Flucht geschlagen. In Europa rotten sich Mächtige zur Abschottung zusammen, bauen Mauern und messerscharfe Nato-Zäune gegen Menschen in Not. Zeitgeschichte …
    Der Spielfilm „Meister des Todes“ und die TV-Dokumentation am Abend führten die „Lex H&K …“ vor und zeigten, wie Menschen sich schuldig machen, was ihre gier- und suchtkranken Hirne sich einfallen lassen.
    Sexualisierte Gewalt ist so allgegenwärtig wie Verzweiflung, Menschenhandel an der Tagesordnung, Schlepperbanden und globale Pornoringe zersetzen die Gesellschaft. Prostitution importiert immer jüngere Frauen. Kinder verschwinden. In Männerwohnheimen überlässt man Kinder sich selbst, in kahlen Containern unbegleitete minderjährige Flüchtlinge fremden Geflüchteten aus anderen Ländern und Kulturen. Was ihnen dort geschieht, das kann 2015 jeder ahnen.
    Und unsere Polizei sitzt auf verlorenen Posten mangels Mitarbeitern – vertröstet mit dem schönen Schein staatlicher Versprechen für neueste digitale Technologien …
    Schon vor der Flüchtlingswelle waren Behörden mit dem kommunalen Normalbetrieb überfordert.
    Um geflüchtete Schulpflichtige kümmern sich Privatleute. Fachpersonal fehlt.
    Wer denkt an über Achtzehnjährige, die mit all ihrem Ballast sich oft allein – irgendwie – durchschlagen müssen ?
    Wer soll sie und unsere Kinder schützen vor best-vernetzten Verführern, Dealern, Volksverhetzern, Hasspredigern, gewaltbereiten Banden – ohne Rückhalt?
    Viel zu wenige Sozialarbeiterinnen riefen um Hilfe. Mitfühlende Leute aus dem Volk kamen um einzuspringen. In Gymnasien, Grund-, Gesamt- und Sekundarschulen spart die Regierung am „Deutsch als Zweitsprache“ ungeniert das halbe Personal ein statt es zu verdoppeln: EIN einziger Hauptamt-Lehrer pro VIERZIG (zuvor 20) Kinder – ohne Konzept, ohne Übersetzer, ohne ständig anwesende Fachleute für die Traumata aller Art, die den Kindern geschahen. Zuständige in Institutionen und Kommunen geizen mit den geringer bezahlten Praktikanten, ‚Bundesfreiwilligendienst‘- oder ‚Freiwilliges-Soziales-Jahr‘-Leuten. Der Laden läuft. Lücken werden geschlossen. Ehrenamtler entlasten Lehrer. Pädagogen sind zu teuer …

    Ihr Politikerinnen und Politiker,große Teile der Bevölkerung begreifen sofort, worauf es ankommt, packen an, gestalten selbsttätig – und ihr hechelt hinterher – eure Politik sollte anders sein als sie ist!
    Hört endlich auf mit Flickwerk, mit Reparaturen, mit der ’schiefen Optik‘ im Bildungs- und Sozialbereich. Hier wie in den Herkunftsländern braucht Bildung Vorrang und großzügige Direkthilfen. Armut muss um jeden Preis vermieden, Selbsthilfe gewaltfrei gefördert werden – hüben wie drüben.
    Eure ANGST vor Überfremdung und vor Finanzministerien war die falsche Ratgeberin! Alle Kinder und Frauen, Flüchtlinge, Alte, Behinderte, Kranke haben Rechte. Die Skandale um Abgas-, Klima- und Umweltprobleme dürft ihr nicht Kinder und Enkel lösen lassen.
    Gestaltet Zukunft!
    Tut es jetzt mit Herz und Verstand!
    Beendet die gefährliche Gewaltspirale, bevor sie uns allen um die Ohren fliegt!

Artikel kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Artikel aus den Medien

ARD BRISANT ARD Tagesschau Augsburger Allgemeine Badische Zeitung Berliner Morgenpost Berliner Zeitung DER SPIEGEL derStandard.at DER TAGESSPIEGEL derwesten.de DEUTSCHE WELLE Deutschlandfunk Deutschlandradio DiePresse.com diesseits.de DIE WELT DIE ZEIT FOCUS Frankfurter Allgemeine Frankfurter Rundschau Hamburger Abendblatt Hannoversche Allgemeine Humanistischer Pressedienst Kölner Stadt-Anzeiger Leipziger Volkszeitung Lübecker Nachrichten Mitteldeutsche Zeitung n-tv N24 NDR.de NDR Info Neue Zürcher Zeitung nordwestradio Publik-Forum Saarbrücker Zeitung SPIEGEL ONLINE stern.de SÜDWEST PRESSE Süddeutsche Zeitung taz TP Presseagentur Berlin WAZ WELT ONLINE ZDF heute ZEIT ONLINE