Opferverein „Glasbrechen“ hört auf

13.10.2015: DIE WELT

Opferverein „Glasbrechen“ hört nach fünf Jahren auf

Heppenheim (dpa/lhe) – Der nach dem Bekanntwerden der sexuellen Übergriffe an der Odenwaldschule im südhessischen Heppenheim gegründete Opferverein «Glasbrechen» hört nach fünf Jahren auf. Nach einer Auflage des Finanzamtes müsse die Satzung geändert werden, der Verein könne dann aber seiner Arbeit nicht mehr nachkommen, teilte «Glasbrechen» am Dienstag mit. Nun werde eine andere Organisationsform gesucht, um weiterzumachen.

Bisher hätten Vereinsmitglieder Betroffene im Verein und außerhalb des Vereins – insbesondere in Notsituationen – persönlich unterstützt. Aus eigens eingeworbenen Mitteln seien individuelle Leistungen für Opfer bereitgestellt worden. Nun könnten nach der Satzungsänderung Mitglieder des Vereins aber nicht mehr Geld von «Glasbrechen» erhalten. Weiter lesen…

13 Kommentare

  1. Ex-Odenwaldschülerin schreibt am :

    Glasbrechen hat viele weder unterstützt noch entschädigt.Glasbrechen hat vielmehr dafür gesorgt ,das der Odenwaldskandal nicht aufgeklärt wird.Und jetzt hört man auf-Bravo!!!

  2. Lotosritter schreibt am :

    Ein gemeinnütziger Verein muss gemeinnützig sein, um steuerlich begünstigt zu werden. Die Unterstützung eigener Mitglieder ist nicht gemeinnützig, sondern ein Eigennutzen, der steuerlich nicht privilegiert werden kann. Da war man wohl bei der Vereinsgründung schlecht beraten.

  3. Gina schreibt am :

    —– An der Schule war vor fünf Jahren ein lange zurückliegender sexueller Missbrauch von Lehrern an Schülern bekanntgeworden. —–

    Dass Betroffene erst nach langer Zeit, wenn überhaupt, über das Erlittene sprechen können, ist ja unser Dilemma, scheint mir aber im Kontext des Artikels eher banalisierend gemeint. Das alte Lied.

  4. Ex-Odenwaldschüler schreibt am :

    Glasbrechen hat insbesondere Aufklärung versprochen,welche niemals stattfand.Aus meiner Sicht wurde Glasbrechen gegründet um ein Monopol des Rechts zur Aufklärung zu errichten mit dem eigentlichen Ziel die Aufklärung des Odenwaldskandals zu verzögern und letztendlich zu verhindern.Deutschland will seine „alten“ Eliten-„protestantische Mafia“-nicht an den Pranger stellen.Eine Aufklärung über die wahren Hintergründe und die Verantwortlichen der sexuellen Gewalt an der Odenwaldschule war und ist nicht erwünscht.Jetzt hat sich das Thema eben erledigt-wie gewünscht!

  5. Ex-Odenwaldschüler schreibt am :

    @gina:Wir DURFTEN nicht sprechen,wurden eingeschüchtert und genötigt in Kinder-und Jugenpsychiatrein eingesperrt…auch bis zum heutigen Tag werden Betroffene mundtot gemacht und eingeschüchtert…wenn sie nicht schon tod sind…

  6. Ex-Odenwaldschüler schreibt am :

    Und wir hatten keine Unterstützung von unseren Eltern oder dem Jugendamt..ganz im Gegenteil,die machten doch bei diesen „Schweinereien“ mit….es gab auch unter diesen etliche Pädosexuelle…

  7. Gina schreibt am :

    @ Ex-Odenwaldschüler

    Ich dachte immer, da Sie so viele sind, dass das Einschüchtern & Demütigen nicht so gut klappt. Aber das Problem ist wohl, dass man am Anfang nicht vermutet, dass alle falsch & pervers sind, & das wissen die.

    Ich hoffe, dass Sie sich als Betroffene nicht haben auseinandertreiben lassen. Zumindest sind Sie den Kommentaren nach zwei oder vier, hoffe aber, dass Sie alle noch in Kontakt sind & sich gegenseitig stützen.

  8. Betroffener schreibt am :

    Bravo-man,d.h. die Protagonisten der Odenwaldschule haben erfolgreich die Aufklärung der mafiösen Strukturen hinter der Odenwaldschule verhindert!!!Über die Rolle und Funktion der Stiftungen rund um die Odenwaldschule und die Eltern samt Elternvertretung wurde kaum bzw. nie diskutiert!!!Hier wäre man sicher auch noch fündig geworden!!!

  9. xyz schreibt am :

    zu Glasbrechen muss man wissen: Hier sind ganz illustre Gestalten vereint: Echte Betroffene, die aufklären und helfen wollen, Sympathisanten der alten OSO, die im Sinne dieses „OSO-Geistes“ agieren und Mitarbeiter bzw. Lehrer, die angeblich von nichts wussten… nicht wahr Herr Klaus Br.???? Man muss sich eben immer zum rechten Zeitpunkt auf die richtige Seite schlagen!! Diese „Mischung“ hat sich gegenseitig gebremst und so wurde in Sachen Aufklärung praktsch wenig erreicht.

  10. Bernd Rohlfs schreibt am :

    Es fehlt den Opfern eine professionelle Interessenvertretung. Aber diese Wehrlosigkeit ist eben auch anerzogen.

  11. hildegard schreibt am :

    @ Bernd R. – anerzogene, aufgezwängte, chronische Wehrlosigkeit als Folge von Folter und massiver Gewalt gegen Leib und Leben.
    Der Druck der all-gegenwärtigen Täter-Lobby zeigt sich rund um alle s.G. – gesetzlich verordnet haben Opfer zu schweigen. – Staatlich geschützt werden allein die ehemaligen Täter mit einem real existierenden, Macht-missbräuchlichen-Abschirm-Dienst (Verjährung für Seelenmorde).

  12. Beate Lindemann schreibt am :

    Es ist immer wieder das Gleiche: von Opfern sexueller Gewalt wird erwartet, dass sie kämpfen. Kompletter Unsinn! Von einem Schwerverletzten zu erwarten, dass er durch die Gegend tourt! Die Verletzungen von Seele, Herz und Körper kann man nicht Mal eben zur Seite legen oder hinter sich lassen… Täter können sich noch daran erfreuen, wenn Opfer sich selbst zerfleischen und sich gegenseitig stressen, warum sie nicht mutig genug sind, etc… Die Lobby für Betroffene und Kinder muss sich stark machen, Bzw. erst einmal entstehen. Kennzeichen der Verbrechen gegen Kinder ist ja, dass die Seele so schwer verletzt wird, dass sie in dieser Form nicht mehr werden, nicht mehr „funktionieren“ kann, Bzw. nur periphär wieder in einen Zustand versetzt werden kann, mit dem man einigermassen durchs Leben eiern kann. Mehr geht oftmals nicht. Eine weitere Folge ist, die Schuld auf die Opfer zu verlagern, sie für schwach oder nicht mutig genug zu halten, obgleich das Gegenteil der Fall ist. Leb Mal einen Tag in den Schuhen eines solchen Menschen! Jeder Tag erfordert Mut, weiter zu machen, kostet alle Kräfte. Das wissen doch alle Betroffenen selbst! Wieso dann von Betroffenen fordern, dass sie irgendwelche Dinge vollführen, die nachweislich auf Grund der Verletzungen kaum mehr möglich sind! Diese Forderungen oder Unterstellungen von Schwäche treiben einen Keil zwischen Betroffene. Zur Odenwaldschule sei gesagt, wenn man sich mit Tätersolidarischen Menschen zusammentut, egal ob in der Odenwaldschule oder in der Familie, wird immer ein verhedderter Knoten herauskommen. Klarheit kann nur mit Klarheit gewonnen werden. Wer will, dass auf giftigem Boden etwas Neues wächst, hat nicht aufgearbeitet. Allen Opfern, aus der Odenwaldschule, anderen Institutionen oder Familien wäre sicherlich gedient, wenn sie selbst aufhören würden von sich dinge zu erwarten, die Nichtbetroffene ohne Verletzungen noch nicht Mal auf die Reihe kriegen oft. Warum nicht? Weil sexuelle Gewalt ein schwerres Verbrechen ist, und diese Erschütterung trifft jeden bis ins Mark. Nur können Nichtbetroffene auf Grund ihrer Unversehrtheit lernen, damit umzugehen und sich stark zu machen! Allerdings nur jene, die nicht betriebsblind sind, weil sie selbst betroffene sind, oder frühn gelernt haben Vati zu beschützen anstatt klein Erna. Wer nicht wahr haben will, dass die Wunden der Betroffenen keine Schwäche oder irgendetwas ist, das man ablegen kann, hat nicht verstanden worum es sich hier handelt! Leider scheinen Betroffene selbst oft nicht zu wissen, dass sie sich dahingehend nicht den geringsten Vorwurf zu machen haben, im Gegenteil!

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