Ich bin es leid

06.01.2016: ZEIT ONLINE

Die Ereignisse in Köln werfen erneut die Frage auf, wie man Frauen vor sexuellen Angriffen schützen kann. Aber was bitte hat das mit Asylpolitik und Schengen zu tun?

Ein Kommentar von Hilal Sezgin

Ich bin es leid, dass jede öffentliche Diskussion über sexualisierte Gewalt – falls überhaupt mal eine geführt wird – so schnell vor den Karren unzähliger anderer politischen Agenden gespannt wird, dass sie eigentlich schon keine Diskussion über sexualisierte Gewalt mehr ist. Hat diese Gewalt mit Lust oder nur mit Macht zu tun, sind die Zahlen in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen oder gesunken, verändern sie sich in Korrelation mit anderen Statistiken des Geschlechterverhältnisses, sind die Täter Wiederholungstäter oder agieren sie aus der Situation heraus, welchen Einfluss spielen Schule, Prostitution, Hollywood und Peergroup? Keine Ahnung! Aber es interessiert ja auch keinen. Was interessiert, ist immer nur die Frage, was sexualisierte Gewalt für ein anderes Thema bedeutet, in diesem Fall also für die Aufnahme von Flüchtlingen und für Schengen.
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21 Kommentare

  1. Eva schreibt am :

    Dass die Flüchtlinge aus anderen Kulturen die Gleichstellung der Frau bei uns lernen müssen, dürfte kaum abgestritten werden.

    Die Frage ist aber,wie viele Anzeigen sofort eingestellt werden und die Opfer ihr ganzes Leben leiden.
    25% der 90 Anzeigen sollen mit Sexualstraftaten möglicherweise zu tun haben.

  2. kar schreibt am :

    „25% der 90 Anzeigen sollen mit Sexualstraftaten möglicherweise zu tun haben.“

    Es lässt sich aber genauso erkennen, dass 100 % der (im übrigen schon über 100 Anzeigen) Straftaten insgesamt ein fragwürdiges Schubladendenken der Täter zugrunde liegt.

  3. kar schreibt am :

    Hier wird politisch v. rechtsorientierten Gruppen die mögliche Herkunft der Täter instrumentalisiert bzw. auf alle Flüchtlinge aus deren Herkunftsländern übertragen, um gegen alle Flüchtlinge aus eben diesen Ländern Stimmung zu machen. Diese Gruppen missbrauchen letztendlich diese Verbrechen in ihrer Öffentlichkeitsarbeit, wo sie meinen, die Gelegenheit sei dafür günstig. Denen geht es nicht um das Thema an sich, nur darum, ihre eigenen kruden Rassentheorien möglichst allumfassend mit solchen Nebelkerzen durchzusetzen. Das führt eben dafür, dass jetzt die Herkunft der Täter an Silvester in Medienberichten/auf Facebook usw. eine Rolle spielt.

    Und mal so gefragt, wie kann man denn bitte schön v. Flüchtlingen, gesetz dem Fall, die Täter wären tatsächlich Flüchtlinge, gesetzestreues Verhalten als selbstverständlich einfordern, wenn man demgegenüber gegenteiliges so akzeptiert wie es ist u. daran festhält?

    In aller Deutlichkeit, jeder Fall ist ein Fall zuviel. Ob der Täter jetzt Christ, Moslem, Jude ist, u. egal wo er herkommt. Da braucht man nicht alle Jubeljahre irgendeine Sau, wie es politisch gerade passt, als Alibifunktion (man tut ja irgendwas) durchs Dorf zu treiben und dann weiter schlafen. Richtiger wäre demgegenüber, das Übel konkret an der Wurzel zu packen, sprich, dass Politik, Polizei und Justiz vielleicht mal ihren Job machen würden! Täter ohne wenn und aber vor Gericht, das wäre Fortschritt!

    Oder ist die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in Deutschland politisch zuviel verlangt?

    Ich glaube, es hilft bald nur noch eine Parteiengründung, um hier politische Lücken zu besetzen, damit endlich mal gemacht UND EBEN NICHT LÄNGER ausgesessen wird! Man sieht es doch, es ändert sich nichts, nur die Reden werden nach Bedarf angepasst.

  4. Doro schreibt am :

    @kar:

    „Es ist falsch, die Ursachen der Gewalt zu relativieren und (…) die kulturelle und islamische Erziehung in Migrantenfamilien zu ignorieren, als hätte diese nicht großen Einfluss auf ihr Handeln. Wer so argumentiert, will einen Schleier über die Probleme legen und die Verantwortung auf die Politik und auf die Mehrheitsgesellschaft abwälzen.“

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/integration/gastbeitrag-gehorsam-und-erziehung-zur-gewalt-1516494.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

  5. Doro schreibt am :

    „Die Männer sollen im Alter von 15 bis 35 gewesen sein. Sie haben sich auf dem Kölner Bahnhofsvorplatz aufgeführt wie auf dem Tahrir-Platz in Kairo. Unter ihnen werden die Flüchtlinge von heute in einer extremen Minderheit gewesen sein, wenn überhaupt. Die Mehrheit sind Flüchtlinge von gestern bzw. Migranten und ihre Söhne. Die träumen davon, Helden zu sein wie ihre Brüder in den Bürgerkriegen von Nordafrika und Nahost – und spielen jetzt Krieg mitten in Europa.

    Diese jungen Männer sind das triste Produkt einer gescheiterten, ja nie auch nur wirklich angestrebten Integration! Sie sind das Produkt einer falschen Toleranz, in der fast alle – Menschen, Medien, Kirchen und Politik – unsere Demokratie, unseren Rechtsstaat, unsere Gleichberechtigung infrage stellen, ja mit Füßen haben treten lassen, zugunsten „anderer Sitten“ bzw. einer ominösen „Religionsfreiheit“ – in deren Namen man Parallelwelten entstehen ließ und nicht auf Integration bestand.“

    http://www.aliceschwarzer.de/artikel/das-sind-die-folgen-der-falschen-toleranz-331143

  6. Doro schreibt am :

    „Vergewaltigende Männer sind nicht Außenseiter der Gesellschaft (…), sondern vielmehr männliche Stoßtrupps, terroristische Guerillas im längsten Krieg, den die Welt jemals gesehen hat. Jede Vergewaltigung ist eine Demonstration von Macht (…).

    Eines der wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung von Amir (…) ist die Tatsache, dass 43 Prozent der Täter (…) in Gruppen oder zu zweit vorgingen. (…) „Entgegen früheren Annahmen waren 71 Prozent der Delikte geplant“, schreibt Amir, und auch diese Beobachtung ist überaus wichtig. Vergewaltigungen sind eben für gewöhnlich keine spontanen Ausbrüche unterdrückter Gefühle und unkontrollierbarer Triebregungen, sondern im voraus geplante und sorgsam in Szene gesetzte Taten einzelner Täter oder einer Tätergruppe. (…)

    Zahlenmäßige Obermacht ist Beweis für brutale Absicht, ist auch Beweis „männlicher Kumpanei“, und schließlich Beweis für den Willen, das Opfer über den Akt der Vergewaltigung hinaus durch anonymen Massenüberfall zu erniedrigen.“

    (aus einem Text von 1991: http://www.frauenmediaturm.de/themen-portraets/chronik-der-neuen-frauenbewegung/1975/gegen-unseren-willen/)

  7. Doro schreibt am :

    Durchgesickerter Polizeibericht: Beamte wussten offenbar früh von sexueller Gewalt

    War alles noch viel ekelhafter? Zu den Ereignissen in Köln ist ein mutmaßlicher Einsatzbericht eines Beamten publik geworden, der das Ausmaß der Gewalt auf der Domplatte detailliert protokolliert. Die offizielle Darstellung der Polizei gerät ins Wanken.

    http://www.stern.de/panorama/stern-crime/koeln–durchgesickerter-polizeibericht–beamte-wussten-offenbar-frueh-von-sexueller-gewalt-6635726.html

  8. Frauen als Freiwild:Sexuelle Belästigung,Diebstähle,Messerattacken und ausufernde Bandenkriminalität sind inzwischen Alltag im multikriminellen Deutschland.Außerdem sagte Frau Merkel 2011 wir müssen akzeptieren,dass die Zahl der Straftaten bei Jugendlichen Migranten besonders hoch ist.Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

  9. kar schreibt am :

    @Doro, die Art der kulturellen und islamischen Erziehung in Migrantenfamilien weist meines erachtens Parallelen mit dem Weltbild in christlich und/oder konservativ geprägten Deutschen Familien auf. Der v. mir kommentierte Artikel bezieht sich ja auf den Umstand, dass ausschließlich Straftaten durch Täter mit Migrationshintergrund zum öffentlichen Thema gemacht u. alle anderen geflissentlich ignoriert werden. Dies verbunden mit dem Risiko, dass Dritte, die aus den selben Ländern wie die Täter stammen, in aller Öffentlichkeit als mögliche Täter wahrgenommen u. als Folge stigmatisiert werden.

    Alle Verbrechen ergeben zusammengerechnet 100 Prozent, durch eine Tätergruppe begangene Verbrechen betragen nur einen Bruchteil, bspw. 15 Prozent u. sind überrepräsentiert, während die anderen 85 Prozent gewisse Stellen nicht weiter beunruhigen, nicht aufgearbeitet werden. Richtiger ist es, wenn 15 Prozent + 85 Prozent umfassend aufgearbeitet werden.

    Niemandem ist damit geholfen, wenn die 15 Prozent v. politischen Gruppen dafür instrumentalisiert werden, Menschen aus Ländern zu diffamieren, v. denen auch Täter hier her kamen, um fragwürdige Vorurteile zu schaffen. Den rechten Parteien sind Betroffene sexualisierter Gewalt erstmal egal. Es ist ihnen „nur“ wichtig, das alle aus jenen Ländern kommende in Deutschland davon bedroht sind, Opfer v. Hassverbrechen zu werden/und oder wieder v. selbst verschwinden.

  10. Doro schreibt am :

    @kar, stimme 100%ig überein!

  11. dona klara schreibt am :

    Ich lebe seit fünfundfünfzig Jahren in Köln.Aus dieser Lebensspanne heraus kann ich bestätigen, dass sich mehrere Kölner Frauen und Lesben, die sich seit Jahrzehnten kontinuierlich und beharrlich gegen Gewalt in ihrer Stadt einsetzen, immer wieder darum bemüht haben, Übergriffe zu differenzieren und aus ihrem jeweiligen Kontext heraus zu analysieren. Nach meinen Erfahrungen ist es nur so möglich, Strategien gegen Gewalt in unterschiedlichen Lebenszusammenhängen zu entwickeln. Nicht alle Techniken der Gegenwehr sind in jedem Umfeld anwendbar. Bereits in der Straßenbahn sind andere Methoden des Wehrens gefragt, als auf freiem Feld, im Wald, in der Kneipe, beim Job oder im Bahnhof. Eine Lesbe, die Gewalt durch eine andere Lesbe erfährt, muss bei ihrem Wehren mit einem anderen Gruppendruck fertig werden, als eine Frau im Altenheim oder ein Kind in der Kita, oder ein sich wehrender Messdiener in der Gemeinde. Als Kölnerin muss ich ganz klar sagen, dass Gewalt von Gruppen gegen Frauen, Kinder und gegen Männer in unserer Stadt ebenso zum Alltag gehört, wie Gewalt in Beziehungen, in der Familie, im Altenheim, in Kindergärten, in Therapie und Beratung, in religiösen Kontexten, in der Schwulen – und Lesbenszene, unter Migrant*innen und und und….

    Die Methode, Menschen einzukesseln, ist nicht neu in unserer Stadt. Sie ist auf jedem Kölner Schulhof zu finden, bei jedem ausufernden Fußballspiel.

    Neu für meine Generation ist allerdings die hohe Zahl der Männer. Das ist tatsächlich eine Dimension, die ich sonst nur aus Kriegserzählungen von Frauen kenne. Die Technik des Spießrutenlaufens, des Treibens und Einkesselns wurde und wird in Köln von Deutschen ebenso angewendet, wie von Menschen mit Migrationshintergrund. Die Gewaltstrategie, Menschen durch eine Gasse zu jagen, sie zu treiben und am Ende einzukesseln, ist Generationen – Ethnien und Religionen übergreifend, wer die Geschichte der Stadt aus Frauensicht kennt. Keine einzige Treibjagd und Einkesselung darf die andere relativieren. Das ist weder redlich und professionell, noch ist es gerecht.

    Das, was mich an der jetzigen Differenzierungsdebatte stört, ist, dass sie für die vermeintlichen Täter weit aus mehr an Differenzierung und Sensibilisierung fordert, als für die Opfer.

    Soweit ich den Medien entnommen habe, kommen die Opfer aus unterschiedlichen Lebenszusammenhängen.Dies bedeutet, dass sie in unterschiedlichen, sozialen Gruppen mit der erlittenen Gewalt fertig werden müssen. Wichtig ist mir, immer ganz individuell herauszufinden, was ein von Gewalt betroffener Mensch an Unterstützung braucht und ehrlich zu sagen, was an Unterstützung geht und was nicht einlösbar und machbar ist. Dazu gehört selbstverständlich, sich damit auseinander zu setzen, was das jeweilige soziale Umfeld an Unterstützung leisten kann und wer bei Bedarf professionelle Hilfe heran ziehen könnte, wenn das erwünscht ist.Und was ist mit den Männern, die in dieser Silvesternacht ebenfalls bedroht und bedrängt wurden? Wer hilft ihnen und wer unterstützt sie? Muß Hilfe nicht immer
    geschlechts – und identitätsübergreifend sein?

    Ich will keine Treibjagden, kein Spießrutenlaufen und keine Einkesselungen von Menschen in meiner Stadt.
    Ich will Deeskalation.
    Ich will keine weitere Steigerung Gewaltspirale.
    Ich will keine Bürgerwehren.
    Ich will keine gewalttätigen Demos.

    Ich will Besonnenheit und Vernunft.
    Hört endlich alle mit der Gewaltspirale auf !

  12. Doro schreibt am :

    Wo der Hase im Pfeffer liegt, und dass die jetzigen Rufe nach rigoroserem Umgang mit Straftätern nur heiße Luft ist, solange sexuelle Gewalt selten als ’strafbar‘ bewertet wird, macht diese Meldung (heute in der Zeitung gelesen) deutlich: „Eine sexuelle Nötigung setzt einen Widerstand voraus. Wenn ein Mann eine Frau an der Brust anfasst und ablenkt, damit ein anderer ihr Handy klauen kann, ist das zunächst keine sexuelle Nötigung, sondern Diebstahl.“

    Dazu passt der aktuelle EMMA-Artikel: Lautstark fordern PolitikerInnen, die Täter der Kölner Horror-Nacht abzuschieben. Das Problem: „Frauen angrapschen“ ist in Deutschland gar kein Straftatbestand. Denn nicht nur die Täter von Köln, Hamburg und anderswo sind zutiefst sexistisch – auch das deutsche Strafgesetzbuch nimmt sexuelle Gewalt nicht ernst.
    (http://www.emma.de/artikel/koeln-die-taeter-abschieben-fehlanzeige-331289)

    Deutlich wird, dass sexuelle Gewalt in vielen Köpfen noch immer nicht den Stellenwert hat, der ihr tatsächlich gerecht würde. Deutlich wird – wie andere schon geschrieben haben -, dass Verstöße für viele nur dann beachtenswert erscheinen, wenn sie instrumentalisiert werden können (gegen Ausländer, usw.). Solange dies nicht der Fall ist, es also ’nur‘ um die Täter aus der ‚guten‘ eigenen Gesellschaft geht, bzw. um die Strukturen, die solcherart Gewalt bis heute ermöglichen, wird strafrechtlich, politisch und verbal bagatellisiert und heruntergespielt, was das Zeug hält.

  13. Doro schreibt am :

    „Dass allerdings jene, die bislang sexuelle Gewalt eher verharmlost haben, sich jetzt dieses Thema auf ihre eigene Fahne schreiben, ist lächerlich, zumal man wissen kann, dass der größte Anteil sexuell motivierter Kriminalität aus dem Nahbereich der Betroffenen stammt. Und es wundert mich, dass Leute, die eigentlich aus der Mitte der Gesellschaft kommen, wie Justizminister Maas, von einem Zivilisationsbruch sprechen – ein Begriff, den wir normalerweise für die Verbrechen des Nationalsozialismus verwenden. Maas wollte damit wohl Handlungsfähigkeit simulieren.“

    „(…) die Feministinnen um den „Aufschrei“, argumentieren deutlich differenzierter. Aus feministischer Perspektive ist das ja ein interessanter Konflikt: Auf der einen Seite dreht es sich um Übergriffe von Männern auf Frauen, auf der anderen Seite hat man das Problem, dass man, wenn man die Täter vielleicht genau identifiziert, in Rassismusverdacht gerät. Aber wir haben ohne Frage Probleme mit manchen Einwanderergruppen, es gibt eine in Migrantencommunities situierte Bandenkriminalität und eine Clankriminalität. Es gibt patriarchale Netzwerke und Parallelordnungen. Das wissen wir, und darüber haben wir in der Öffentlichkeit vielleicht zu wenig geredet.“

    „„Maskulinisierung des öffentlichen Raums“: Es ist eine empirische Tatsache, dass viele junge Männer nach Deutschland kommen, die nichts zu tun haben, die man auch zur Passivität zwingt. Aus der Forschung wissen wir, dass große Gruppen junger Männer, die nichts zu tun haben, Pro¬bleme produzieren – zunächst völlig unabhängig von Religion und Herkunft. Deshalb müssen wir ihnen die Möglichkeit geben, etwas zu tun. Das meine ich. Aber wir dürfen auch nicht die Augen davor verschließen, dass manche Dynamik migrantischer Problembereiche mit männlich dominierten Netzwerken zu tun hat, deren Ausdruck die Ereignisse in Köln auch waren. Schon diese Sätze zu sagen ist schwierig, weil sie sich wie kulturalisierende Vorurteile anhören. Aber ich fürchte, das sind sie nicht, zumal solche Diskurse über fehlgeleitete Männlichkeit auch in den arabischen Ländern selbst geführt werden. Manche Lernprozesse auf diesem Gebiet bei uns in Europa sind übrigens gar nicht so lange her.“

    http://www.taz.de/Soziologe-ueber-die-Uebergriffe-in-Koeln/!5263616/

  14. Doro schreibt am :

    Der stellvertretende Hamburger Grünen-Vorsitzende, Michael Gwosdz, sorgt mit einem Statement zu den Übergriffen in Hamburg und Köln für Aufsehen. In einem Facebook-Chat schrieb er: „Als Mann weiß ich, jeder noch so gut erzogene und tolerante Mann ist ein potenzieller Vergewaltiger. Auch ich. Wir Männer müssen uns dessen bewusst sein – nur dann sind wir auch in der Lage, erkennen zu können, wenn sexuelle Gewalt und Nötigung beginnt. (…) Wer das nicht für sich selbst akzeptiert, wird mit dem Erkennen von Grenzen Schwierigkeiten haben“. Die Mitteilung liegt dem Hamburger Abendblatt offenbar vor.

    Gegenüber der Zeitung bestätigte Gwosdz am Freitag die Echtheit des Textes, den er einer Frau in der Nacht von Donnerstag auf Freitag per Direktnachricht als Antwort auf deren Nachricht zugesandt habe. „Es geht mir keinesfalls um eine Relativierung der Taten in Köln und Hamburg“, sagte Gwosdz dem Hamburger Abendblatt. „Die Täter müssen hart bestraft werden. Es geht mir darum, dass jeder Mann sich der Gefahr bewusst sein muss, Zeichen von Frauen falsch zu deuten und deswegen Grenzen zu verletzen.“

    http://www.stern.de/politik/deutschland/uebergriffe-in-koeln–regierung-will-das-sexualstrafrecht-verschaerfen-6639568.html

  15. Doro schreibt am :

    „Mit vielen Männern teilen viele Frauen die Angst, dass sich die Lage nach solchen Ereignissen nicht mehr zuverlässig einschätzen lässt. Was natürlich schon vorher eine Illusion war. Man kennt dieses Gefühl nun schon, zuletzt von den Anschlägen in Paris und den ersten Terrordrohungen in Deutschland. Doch während die Terrorangst neu ist, ist die Angst vor Gewalt gegen das eigene Geschlecht bei Frauen tief verankert. Sie geht mit der Panik einher, weibliche Freiheiten (wieder) zu verlieren. Sowie mit der alltäglichen Erfahrung, wie schnell gerade weibliche Angst ins Lächerliche gezogen werden kann.

    Natürlich können die meisten Männer aktuell nachvollziehen, dass ihre Frauen plötzlich darauf dringen, die Teenagertochter nicht um Mitternacht alleine heimradeln zu lassen. Viele Männer dringen jetzt sogar selbst darauf. Doch es ist nicht unwahrscheinlich, dass denselben Männern schon in wenigen Wochen das Wort „übervorsichtig“ über die Lippen kommt, im weniger netten Fall heißt es „hysterisch“. Und da ist man, ganz im Kleinen, wieder an diesem Punkt angelangt, an dem sich das innere Sensibilisierungsdepot in Geschlechterfragen füllt. Es ist nichts anderes als Bevormundung, Angst als hysterisch abzutun oder den Zeitpunkt vorgeben zu wollen, ab wann sie so zu beurteilen ist.

    Und es ist die gleiche Art der Bevormundung, die dafür sorgt, dass die Verbesserung der Frauenrechte nur schleppend vorankommt. Die dazu führt, dass die Frage nicht verschwindet, ob ein kurzer Rock (Armlänge) nicht doch eine Aufforderung ist. Oder schmatzende Schnalzgeräusche von einer pubertierenden Jungsgruppe an der Bushaltestelle denn nun wirklich so ein großes Drama sind. Sind sie nicht. Das Drama steckt dahinter. Es ist die fehlende Aufklärung in Familien und an Schulen, die es versäumen, den Zusammenhang zu erklären zwischen Schnalzgeräuschen, Gewalt und Frauenrechten. Der Zusammenhang besteht selbstverständlich nicht darin, dass jeder Schnalzer ein potenzieller Vergewaltiger ist. Der Zusammenhang besteht in der Erniedrigung – und der Angst, die Erniedrigung in Menschen auslöst. Angst, die sie zur schwächeren Hälfte machen kann. Und gegen die mit Frauenrechten gekämpft wird.“

    http://www.sueddeutsche.de/politik/gewalt-gegen-frauen-unter-maennern-1.2809654

  16. rasch schreibt am :

    Frauen isolieren und mit hilfe sexualisierter Gewalt enteignen und die ihnen wichtigen persönlichen Dinge wegnehmen.
    Sie wollten sich bereichern, keine Frage, aber waren sich mit Sicherheit bewußt was sie sonst noch erreichen.

    Die Isolation, das Eonkesseln setzt Todesängste frei und eine langanhaltende Traumatisierung des völligen ausgeliefertseins ist garantiert.
    Und dies zur selben Zeit an vielen Bahnhöfen..

  17. Gertrud Tammena schreibt am :

    Die Ermittlungen sind bei Weitem nicht abgeschlossen – aber der politische Sprung zur vorverurteilenden Verallgemeinerung und zu populistischen unhaltbaren Sanktionsforderungen ist schon getan – wir leben aber in einem Rechtsstaat: Eine Bewährungstrafe muß eine Bewährung sein und zweierlei Recht ist verfassungswidrig.Die sich massierenden Anzeigen müssen solide durchgeprüft werden, das darf nicht voreilig geschehen – bis dahin kann man durchaus Prävention, Rechtsbewußtsein und Integration verbessern .Sonst leistet man Verschwörungstheorien aktiv Vorschub und die Glaubwürdigkeit und Seriosität ist wiederum dahin.Hier gehtes um böse einmalige Vorfälle; die Betroffenen auf dieserSeite sind als kinder oft jahrelang sexeull gequält worden – auch das ist ein Unterschied.

  18. Doro schreibt am :

    -> Umgang mit sexueller Gewalt „deutscher Herkunft“:

    „Die sexuellen Übergriffe der Silvesternacht von Köln und anderswo in deutschen Städten haben eine heftige Debatte ausgelöst. Oft wird dabei angeführt, dass auch deutsche Männer Frauen sexuell belästigen würden – nicht zuletzt auf dem alljährlichen Münchener Oktoberfest. Ein Polizeibericht von der Veranstaltung im vergangenen Jahr verharmloste einen sexuellen Übergriff durch einen 20-jährigen Deutschen drastisch. Im Wortlaut heißt es in dem im September veröffentlichten Wiesn-Report der Polizei München: „Ein spaßig gemeinter Griff unter den Rock seiner amerikanischen Wiesn-Bekanntschaft endete für einen 20-jährigen Deggendorfer äußerst schmerzhaft. Die ‚Rockbesitzerin‘ drehte sich mit samt Maßkrug um und das Trinkgefäß landete wuchtig auf den Kopf des kecken Burschen.“
    Die Polizei München verkauft die Geschichte wie eine lustige kleine Anekdote von der Wiesn. Als wäre es völlig normal, Frauen unter den Rock zu grapschen. Kein Wort davon, dass sich der 20-Jährige falsch verhalten hat. Im Gegenteil: „Natürlich handelt es sich hierbei um eine Straftat der gefährlichen Körperverletzung“, heißt es weiter – und damit ist nicht der Grapscher, sondern die junge US-Amerikanerin gemeint, die sich gegen den Übergriff zur Wehr setzte. Nach Zahlung einer „vierstelligen Eurosumme“ habe die Amerikanerin die Wiesnwache wieder verlassen können.“

    http://www.stern.de/panorama/weltgeschehen/oktoberfest–wie-sich-ein-polizeibericht-anhoert–wenn-deutsche-maenner-frauen-bedraengen-6641130.html

  19. Bernd Rohlfs schreibt am :

    Man sollte diese Vorgänge aus Betroffenensicht sehen. Genauso wie die Betroffenen weiblich sein können aber auch männlich, jung oder alt, reich oder arm, so können sie auch deutscher oder internationaler Herkunft sein. Wir wissen, was in den Heimatländern an sexueller und sonstiger Gewalt geschieht.

    Wenn wir auch nicht so gerne darüber sprechen, weil es uns nicht allein um die Unterscheidung von gut und schlecht, sondern von guten und schlechten Menschen geht: Aus Opfern können auch Täter werden und aus Tätern (wieder) Opfer. Es mag sogar so sein, dass bei manchen Tätern eine Therapie hilft.

    Die Kölner Polizeiführung veröffentlichte am 1. Januar 2016 die Meldung, es sei alles in Ordnung. Aber was war passiert? Die eigenen Polizisten waren selbst in gefährliche und hilflose Situationen geraten. Eine Polizistin in Zivilkleidung wurde selbst Opfer. Da glaubt doch keiner, dass die Polizeiführung von den Vorkommnissen nichts gewusst habe.

    Die Kölner Oberbürgermeisterin empfahl, die Täter einfach auf Armlängen-Abstand zu halten. Sie wurde doch vor ein paar Monaten erst selbst Opfer eines lebensgefährlichen Messerangriffs. Merkwürdig, dass sie nun ausgerechnet so etwas sagt. Hat sie vergessen, was eine wehrlose Situation ist?

    Dann wurde gesagt, man kenne die Täter nicht und verschwieg alle Festnahmen. Es ist ein zweistellige Anzahl.

    Die Wikipedia hat eine Schreibsperre über den entsprechenden Artikel verhängt. Er wird derzeit nicht aktualisiert.

    Inzwischen weiss man auch, wo die gestohlenen Mobiltelefone klingeln, wenn man (still) anruft. Das wird auch nicht berichtet.

    Olaf Scholz, regierender Bürgermeister in Hamburg, hingegen betonte (aber eben auch erst zeitverzögert), dass es wichtig sei, die Betroffenen zur Anzeige zu ermutigen.

    Auf dem Tahrir-Platz in Kairo, wo zuvor für Freiheit demonstriert wurde, wurden im Januar 2013 am zweiten Jahrestag der Revolution dort mindestens 25 Frauen von Gruppen von Männern begrapscht, ausgezogen, gebissen, bestohlen, vergewaltigt. Es kann also niemand in leitender Person sagen, dass man diese Form von Kriminalität nicht kennt.

    Vielleicht sollte man also erst einmal mit der Ehrlichkeit beginnen als erstem Schritt.

  20. Gertrud Tammena schreibt am :

    Wie lautet doch ein altes Kinderspiellied ?
    “ wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann -ich nicht, ich nicht -und wenn er kommt ? –
    dann laufen wir….“ –
    Wer hat den Sexualmord an 2 „ausländischen“ Kindern von einem brandenburgischen Sicherheitsdienstmitarbeiter als Kapitalverbrechen verallgmeinert auf dessen Herkunfstsgrppe ? Unaufgeklärte Greuelpropaganda war immer schon Auslöser für Pogrome.Wieso werden deutsche Missbrauchstäter,deutsche Amtsdiener,deutsche Familienväter trotz Hinweisen und Warnungen so oft unbehelligt und dürfen sogar im Amt verbleiben ? ein heuchlerischer Aufruhr führt zum Generalverdacht- pfui

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