Suche Opfer von Revenge Porn („Rachepornos“)

28.01.2016

Ich schreibe meine Masterarbeit an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Fach Medienethik und suche dafür Opfer von Revenge Porn, die bereit wären in einem persönlichem Interview Fragen zu beantworten. Ziel der Arbeit ist es, die gesellschaftlichen Vorurteile gegenüber den Opfern darzulegen. Unter anderem, ob den Opfern die Schuld oder zumindest eine Mitschuld gegeben wurde.

Dazu möchte ich im Februar 2016 mit mehreren Betroffenen Interviews durchführen, von denen intime Bilder oder Videos veröffentlicht oder weitergegeben wurden. Die Antworten werden streng vertraulich behandelt und nur in anonymisierter Form in der Arbeit veröffentlicht. Ich benötige die Mithilfe von möglichst vielen Opfern von Revenge Porn, Frauen wie Männer. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Bilder selbst oder von einem Partner aufgenommen wurden und nach Ende einer Beziehung oder aus anderen Gründen veröffentlicht wurden.

Die Befragungen können Deutschlandweit durchgeführt werden und sollten nicht länger als eine Stunde dauern. Leider ist das Thema wissenschaftlich noch nicht untersucht und daher ist die Arbeit ein wichtiger Grundstein für weitere medienethische Forschung auf diesem Gebiet und für die Medienbildung im Allgemeinen.

Sie erreichen mich unter robin.hartmann [at] fau.de

Vielen Dank im Voraus für Ihre Mithilfe!

Robin Hartmann

4 Kommentare

  1. Robin Hartmann schreibt am :

    Die Suche nach Betroffenen ist noch nicht abgeschlossen. Sollte sie selbst Erfahrungen mit dem Thema gemacht haben, weil sie selbst Opfer wurden oder aber jemanden betreut oder behandelt haben, oder auf sonst eine weise jemanden kennen melden sie sich bitte nach wie vor unter den angegebenen Kontaktdaten bei mir.

    Nur durch diese Mithilfe können aussagekräftige Ergebnisse entstehen. Vielen Dank!

  2. Ihr Ansatz ist unsinnig. Erst entsteht ein privater Film, bei dem alle Beteiligten freiwillig mitgemacht haben. Dann geht die Beziehung in Brüche, und einer der Beteiligten stellt den Film zur Rache ins Internet. Es werden keine privaten Sexfilme gedreht, um sich zu rächen.

    Zudem ist der Großteil an Revenge Porn eine kommerzielle Kategorie der Pornoindustrie.

    Die Opfer von echten Rachepornos sind vornehmlich Opfer einer Nachstellung und Beleidigung. Der sexuelle Missbrauch besteht darin, dass der Täter die Intimsphäre des Opfers verletzt, indem er ein privates Geschehen öffentlich macht.

  3. Robin Hartmann schreibt am :

    @Lotusritter: Oftmals sind Rachepornos im Rahmen einer Beziehung entstanden und werden erst anschließend veröffentlicht. Dies ist heutzutage unter dem Begriffen wie Sexting oder ähnlichem bekannt. Zu einem Racheporno wird es tatsächlich erst, wenn der Film aus welchem Grund auch immer veröffentlicht wird. Durch diese Veröffentlichung verliert aber der Film den intimen Rahmen in dem er gedreht wurde. Dabei spricht auch das deutsche Gesetz von einer Straftat. Daher verstehe ich ihre Kritik nicht ganz. Ich habe nie von Sexfilmen geredet, die nach der Beziehung entstehen.

    Außerdem ist die Veröffentlichung der Filme auf Porno-Webseiten nur ein Teil (und bei weitem nicht der Großteil) der Rache. Viele Bilder und Videos werden auch im Rahmen von sozialen Netzwerken oder direkt von Person zu Person geteilt. Darauf hat man keinen Zugriff, so lange man nicht selbst Teil der entsprechenden Gruppe ist (wie einer WhatsApp Gruppe o.ä.).

    Auch die Veröffentlichung von intimen Bildern durch einen Hackerangriff wird durch die Bezeichnung Racheporno mit abgedeckt.

    Allerdings ist das Stalken eines Expartners und das Drehen von intimen Videos durch einen den Stalker (durch zum Beispiel Fensterscheiben oder versteckten Kameras ) nicht gemeint. Dabei kam es zu keiner wissentlichen Unterstützung durch das Opfer bei der Entstehung der Bilder. Das ist ein ganz anderer Fall, der nicht in der Arbeit untersucht wird.

  4. Kirsten schreibt am :

    @ R.Hartmann
    vielleicht ist diese Arbeit an der Sie schreiben , für viele die hier Betroffenen sind,unpassend zur Suche, oder eine Herausforderung.
    In organisierten Kreisen, werden immer Fotoaufnahmen von Opfern gemacht, die später ins Netz gestellt werden,die umhergereicht werden, mit denen Profit betrieben wird und mit denen die Opfer, also die missbrauchten Kinder ein Leben lang erpresst und weiter in Abhängigkeit zu den sie missbrauchenden Tätern gehalten werden.Und einige dieser Kinder (heute erwachsen) schreiben hier auf netzwerk B erstmals Ihre Erlebnisse.
    Auch wenn ihr Anliegen ein Anderes ist, so ist Ihnen scheinbar nicht bewußt, wie sehr organisierter Sexueller Missbrauch in der Kindheit sich auswirkt.

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