Gefängnisse abschaffen

30.03.2016: netzwerkB Pressemitteilung

netzwerkB Pressemitteilung vom 30. März 2016

Der Gefängnisdirektor Thomas Galli ist zu der Überzeugung gekommen, „dass das Gefängnis eine überholte gesellschaftliche Institution ist. In ihr manifestiert sich eine ungerechte, unvernünftige und oft unmenschliche Verteilung der Schuld.“

Wir von netzwerkB teilen die Ansicht von Galli und sind ebenfalls dafür Gefängnisse abzuschaffen.

Es seien nur wenige, wirklich gefährliche Menschen, denen man im Sinne der Sicherung die Freiheit entziehen muss – auch diese Auffassung teilen wir mit Galli.

Anstatt Täter mit Gefängnis zu bestrafen, fordert netzwerkB, dass der Gesetzgeber für gerechte Entschädigung der Opfer sorgt. In Deutschland ist eine Maschine noch immer viel mehr Wert als eine zerstörte Kinderseele.

Seit dem Jahr 2000 dürfen Kinder in Deutschland nicht mehr mit seelischen Verletzungen und anderen entwürdigenden Maßnahmen bestraft werden. Hier hat unsere Gesellschaft verstanden, dass es Sinn macht auf Strafen zu verzichten.

Wir sollten den nächsten Schritt wagen – bei allen Menschen auf Strafen zu verzichten.


Für Rückfragen:
netzwerkB – Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V.
Telefon: +49 (0)4503 892782 oder +49 (0)160 2131313
presse [at] netzwerkb.org
www.netzwerkB.org

15 Kommentare

  1. hildegard schreibt am :

    Was ist eine Kultur wert, die zu Auschwitz geführt hat? Deren humanistisches Wertesystem, das Opfern wie Mördern von Kindesbeinen an gelehrt wurde, sich offensichtlich als nutzlos erwiesen hat?
    Fragen die Imre Kertész an unsere Geisteswelt richtete und feststellte:
    „Das Leben ist ein Irrtum, weil der Mensch seine Existenz auf moralische Prinzipien gründet, obwohl das Funktionsprinzip und die Praxis des Lebens amoralisch sind.“
    http://www.deutschlandfunk.de/imre-kertesz-letzte-einkehr-das-leben-ist-ein-irrtum.700.de.html?dram:article_id=320652
    „Ich will keine Lösung, ich will das zwischen mir und der Welt klaffende Massengrab nicht zuschütten.“ – sagte der Holocaust-Überlebende.

    Was heißt das für uns?

    Was hilft aus der allseits chronifizierten Hilflosigkeit?

    Strafen sind keine Lösung. Strafen entwürdigen.
    Schadenbegrenzung ist logische Folge.

    Leben-lassen-in-WÜRDE gibt dem Verursacher des Verbrechens die Chance einer „Ent-Schuldung“ durch Wiedergutmachung.
    Mitschuldig gewordene Päpste, Parlamentarier, deren Befehlsempfänger, die diversen Mitvertuscher von Schwerverbrechen an Leib-und-Leben – sie alle tragen die Verantwortung wieder gut zu machen.

    „Akt der Versöhnung“ ist kein verwerflicher Lösungsversuch, sondern der Weg aus dem Schweigen gedacht für Jorge Bergoglio, Josef Ratzinger und all die hilflosen Helfershelfer der feigen Verbrecher.

    Hass erübrigt sich.

  2. Elvira schreibt am :

    das ist eine wunderbare IDEE…aber dann werden doch die Gerichte und die Anwälte arbeitslos…u.s.w. – ich bin mir nicht sicher – ob die das wirklich WOLLEN ?

    darüberhinaus wäre ich dafür „DAS GELD-ZINS-SYSTEM“ sowie es JETZT existiert abzuschaffen, denn es sorgt nur für UNFRIEDEN…

    Heidemarie Schwermer, die vor kurzem verstorben ist, hat das mal angedacht…das „STERNtaler-PRINZIP“ und dafür den FRIEDENSPREIS vom (BÜCHERhandel) bekommen…soweit ich mich erinnern kann…

    ELvira

  3. Elvira schreibt am :

    https://www.youtube.com/watch?v=VaQDLu1pSrQ

    heute wurde ich durch meinen Sohn an die Rede von
    Martin Luther King erinnert…und habe sie nochmal gehört…

    I have a DREAM….und das alte Lied der Schwarzen
    „ENDLICH FREI“…“ENDLICH FREI“ …nur
    ALLEINE das SINGEN von LIEDERN – und das NACH-SINGEN –
    bringt uns keine FREIHEIT – wir WIR SEHEN können…

    Elvira

  4. Beate Lindemann schreibt am :

    Ich kann den Sinn und die Utopie dieser Gedanken nachvollziehen. Und auch ich habe immer schon das Gefühl gehabt Gefängnis ist etwas Martialisches, das irgendwie in der heutigen Zeit merkwürdig unangemessen erscheint. Einen Menschen einzusperren ist eine extreme Entscheidung und Beraubung! Es mag sein, dass es eine archaische Empfindung ist, meintwegen -noch? – nicht in unsere heutige Kultur und Lernfähigkeit des Menschen hineingewachsen, aber ich glaube dennoch dass wir Menschen eine Befriedigung des Gerechtigkeitsgefühls, des Sicherheitsgefühls und des Buße-Gedankens brauchen, so erstrebenswert und menschlich ausgebildet die Utopie erscheint. Auch wenn es wichtig ist zu wachsen und zu lernen uns in Teilen vom absoluten Instinkt zu lösen, so glaube ich dennoch, dass wir Menschen diese Deutlichkeit in einigen Bereichen brauchen. Reden könnte man über die Art der Gefängnisse, über das WIE. Ich als Betroffene möchte, dass derjenige Täter der noch lebt WEG gesperrt wird. Warum? Weil er dann nicht mehr in der Lage ist anderen Kindern weh zu tun. Das hat er ja leider nicht nur mit mir gemacht. Ausserdem sollte er wenigstens an die anderen zahlen müssen. Geld hätte er genug. Diese Verantwortlichkeit ist es eigentlich die fehlt, und der Sicherheitsaspekt. Ich möchte nicht, dass er leidet, ich möchte nur, dass er WEG ist und seine Verantwortung übernimmt. Jeder, der mit Tätern zu tun gehabt hat, weiss, wie unbelehrbar diese sind. Deren Psyche ist total eingebrochen, sie sind nicht in der Lage die Schuld zu sehen. Sie haben Schwellen überschritten, die eine tiefe echte Einsicht nahezu in den meisten Fällern verunmöglicht. Wenn man also von einem Leben ohne Gefängnisse träumt, ist das etwas, das schön klingt, aber dafür bräuchten wir andere Menschen, Menschen, deren menschliche Empfindung gegenüber einem zarten Wesen nicht getötet ist. Dennoch finde ich es gut, dass ihr diese Gedanken auf netzwerkB einwerft, da es eine andere Sicht auf die DInge wirft, die Anstöße gibt, sich nicht in Rachelust zu ergehen. Da aber noch der Hinweis, dass nicht alle Menschen einen Rachedurst haben oder in Wut vor sich hingrollen, sondern ganz natürliche Wutgefühle verspüren, die wir Menschen brauchen. Und da man lernen kann, Wut nur als einen wichtigen Teil eines riesigen Kosmos zu sehen, der auch aus vielen anderen, wichtigen Gefühlen besteht, ist überhaupt nichts gegen Wut einzuwenden. Alle Gefühle sind wichtig und haben ihre Berechtigung. Aber wir haben die Verantwortung gegenüber unserem Selbst und anderen Menschen, wenn wir fühlende, liebende Menschen bleiben wollen. Die auch mit einer gesunden Portion Wut leben können. Viele Betroffenen haben übrigens Probleme damnit überhaupt Wut zu spüren, und manche wiederum rudern voller Hass- nichts davon ist „schlecht“, es ist nur sehr hilfreich, wenn man wieder Zugang zu ALLEN Gefühlen hat, ohne sie in „gute“ oder „schlechte“ einzuteilen, denn dann ergibt sich durch das Erlenen des Regulierens von Gefühlen die Balance wieder ganz von selbst.

  5. anonym schreibt am :

    Hallo Beate,es widerstrebt mir eigentlich,
    wenn ich heute anonym schreibe,
    auch ich hatte einen Traum….
    der Gedanke,Gefängnisse abzuschaffen,ist nicht neu,
    denn oft erlernt man und lernt in diesen „ZELLEN“noch mehr der Brutalität,wie soll die Bestrafung erfolgen…es gibt Menschen ,die bereuen wirklich,andere haben aus medizischer Sicht Defizite und bleiben gewalttätig.Da es so viele Formen der Gewalt gibt,auch in Instituten,auch in der Justiz,gibt es Opfer,zeitgleich wurde ich nicht das einzige Opfer….
    Vor dem Sozialgericht läuft meinerseits ein Verfahren—trotz mehrfacher schriftlich eingereichter Befangenheit einer Beamtin–diese führte früher u.a.die Bertreuungsbehörde—erscheint sie erneut bei den Verhandlungen,und war vor Jahren bei uns zu Hause, in diesen Fachbereichen…
    diese Dame hat mir viel Leid zugefügt—-
    und eine Hilflosigkeit,Ohnmacht und Wut ergreift mich dann,aber Hsss bringt mich nicht weiter,
    diese Dame ist unbelehrbar,
    und bekleidet einen POSTEN;wo Menschen auf Menschlichkeit usw. angewiesen sind.,und entscheidet somit über den Alltag meiner schwerstbehinderten Tochter und den von mir.

    Es ist ja seit Jahren bekannt ,dass überall an den Brennpunkten Fach-Personal eingespart wird.
    v.l.G und stets an sich glauben,den wir sind wertvolle Menschen

  6. Bisher wurde von Netzwerk B immer gefordert, Verjährungsfristen ab zu schaffen und auf einmal diese Kehrtwende? Wer schützt weitere Kinder vor den Tätern, wenn es keine Strafen und Gefängnisse gibt?
    Christentum in allen Ehren, aber Opferschutz geht vor Vergebung.
    ______________________________________

    Anmerkung vom netzwerkB Team:

    wir fordern nach wie die Verjährungsfristen abzuschaffen (http://netzwerkb.org/wp-content/uploads/2012/03/netzwerkB_Positionspapier_Argumente-zur-Aufhebung-der-Verjährungsfristen_27.03.12.pdf) – so dass die Täter ein Leben lang zur Verantwortung gezogen werden können.

    Gefängnisse abschaffen bedeutet nicht zwingend, dass gefährliche Täter frei herum laufen dürfen. Diesbezüglich empfehlen wir das Buch von Thomas Galli „Die Schwere der Schuld“ (http://netzwerkb.org/2016/03/24/die-schwere-der-schuld/).

    Was den angeblichen Erfolg von Strafen betrifft, wird ebenfalls im Buch von Thomas Galli „Die Schwere der Schuld“ geschildert.

    Zum Thema Vergebung empfehlen wir unser Positionspapier: http://netzwerkb.org/wp-content/uploads/2012/01/netzwerkB_Positionspapier_Vergebung_24.01.2012.pdf

  7. Savina schreibt am :

    Die Sendung war dazu ganz sehenswert.:
    http://www.ardmediathek.de/tv/Fakt-ist/Fakt-ist/MDR-Fernsehen/Video?bcastId=7545460&documentId=34632034
    MDR Logo, Quelle: MDRQuelle: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
    -Fakt ist! 11.04.2016 | 59 Min. | UT | Verfügbar bis 12.04.2017 | Quelle: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
    Viele Straftäter werden nach ihrer Zeit im Knast wieder rückfällig. Ist eine Gesellschaft ohne Gefängnisse denkbar? Fakt ist! diskutiert über Sinn und Unsinn von Freiheitsstrafen.

  8. hildegard schreibt am :

    Sinn und Unsinn – die Strukturen von Belohnung und Bestrafung haben sich selbst entlarvt – das gesamte System müssen wir hinterfragen. Es lässt sich ersetzen.

    Wir können „Strafe“ generell infrage stellen.
    Kinder können wir erziehen nach dem wesentlich menschenwürdigeren Prinzip „Dein Tun hat Folgen“. Kinder brauchen ERZIEHUNG.
    Wer als Kind Strafen ungerecht empfand, wird als Erwachsener kaum über sich selbst hinaus wachsen können, sondern erlittenes Unrecht eher weitergeben anstatt es ändern zu wollen. Status und Intelligenz spielen keine Rolle, wo tiefe Verletztheit im Spiel war. Wieder und wieder wird der Mensch Täter.

    Strafe infrage gestellt kann neues Denken zulassen:
    Strafe ersetzt durch Konsequenz wäre die logische Folge, die jedem einleuchtet. Viele Gefängnisse können dann schließen, sobald dieses Denken in der Justiz greift. Täter haben dann Verantwortung zu übernehmen. Täter ent-schädigen Opfer. Täter sorgen lebenslang für lebenslang geschädigte Opfer.

    Wie viel Leid hätte neues Denken vermieden, allein nach der Shoah!
    Juristen unter Adenauer hätten damals ihren „Dienst am Volk“ zumindest monatlich bei ihren Gehaltszahlungen gespürt …
    Lückenhaft falsche Gesetzgebung vermied es aus Furcht vor der Wahrheit die logische Folge bei verbrecherischen NS-Tätern anzuwenden. Täter wurden gebraucht.

    Selbst noch in heutigen Staatsführungen lassen Wissenschaftler und Juristen ihr persönliches Rechtsempfinden einknicken, wo sie sich angewiesen sehen auf die Vertuscher von Mord, Seelenmord, Völkermord. Obwohl es ihnen an Macht und Intelligenz nicht fehlt.
    Wir wissen es, und sie selbst wissen es auch:

    Wie viel menschlicher würde Politik beim Fokus auf Ursache – Wirkung werden! Es bräuchte keine Despoten mehr an der Spitze der Staaten. Es gäbe weniger Täter in den Familien. Es entstünde weniger Profilsucht in den Institutionen.

    Leute, lasst uns miteinander neu denken lernen.

  9. hildegard schreibt am :

    Gewaltverzicht ist Prävention, Opferschutz, Recht und bringt Frieden – Versöhnung, wie nB sie versteht.

  10. anonym schreibt am :

    Ich bin selbst Betroffene. Ich würde es als „Intuition“ beschreiben, die mich vor vielen Jahren zur Gefängnisarbeit geführt hat, die Intuition, dass im Gefängnis die Opfer von gestern verwahrt werden. Die Praxis fast aller Gefängnisse sind mehr oder weniger Formen von Gewalt und Entwürdigung, die zu neuer Gewalt führen. Die Rückfallquoten machen genau das deutlich. Von daher freue ich mich sehr, dass netzwerkB sich der Überzeugung von Herrn Galli anschließt. Es braucht Konsequenzen auf Straftaten, das ist sicher unbestritten aber Konsequenzen, die auch den Opfern die Möglichkeit geben, sich einzubringen. Restorative justice wäre da z. B. eine sinnvolle Alternative. Opfer und Täter, die zu einer Begegnung bereit sind, werden in einem Mediationsprozess begleitet. Hier erhalten Opfer die Möglichkeit ihren Schmerz, ihre Wut, ihr Unverständnis … einzubringen. Dann wird auch der Täter mit seiner Geschichte gehört und es wird gemeinsam nach Möglichkeiten einer Wiedergutmachung gesucht. Als selbst Betroffene kann ich sagen, dass ich mir genau das gewünscht hätte. In einem Gerichtsprozess wird den Opfern jede Möglichkeit genommen, auf ihre Fragen Antworten zu bekommen.
    Aus meiner Sicht geht es vor allem darum, Strukturen zu ändern, die dazu führen, dass Täter geschützt oder neue Täter „produziert“ werden. Ich könnte einen ganzen Roman darüber schreiben, wie der Strafvollzug dazu beiträgt, dass Straftäter rückfällig werden. Es gibt genug kriminologische Forschungsergebnisse, die aufzeigen, wie sinnvoller sanktioniert werden könnte und die einfach ignoriert werden. Alternative erfolgreiche Modelle werden eingestampft, weil angeblich kein Geld zur Verfügung steht usw. Oft genug wird mit Kriminalität Politik gemacht und dann werden i. d. R. die Opfer vorgeschoben, für die sich ansonsten allerdings keiner interessiert. Dass netzwerkB sich der Meinung von Herrn Galli anschließt, ist ein deutliches Zeichen, dass es vielen Opfern nicht in erster Linie um Rache geht. Und damit geht es an die Wurzel des Übels nämlich die praktizierte Heuchelei in der vermeintliche Opferinteressen benutzt werden für die Aufrechterhaltung von kranken Strukturen und zur Durchsetzung politischer Interessen. Durch diesen Schritt eures Netzwerkes fühle ich mich euch sehr, sehr verbunden. Danke!

  11. Schwierige Frage, auch weil sie verschiedenste Problemkreise berührt. Ob bzw. inwieweit der derzeitige Sexualkundeunterricht an Schulen altersgerecht ist, vermag ich nicht abschließend zu beurteilen. Auch wenn man annimmt, dass der Unterricht grundsätzlich altersgerecht und sinnvoll ist, könnte ja trotzdem individuell ein anderer Unterricht oder ein Sexualkundeunterricht in einem höheren Alter sinnvoller sein. Das ist wahrscheinlich ein grundsätzliches Problem des Schulsystems, dass es zuwenig flexibel im Hinblick auf individuelle Unterschiede ist. Aber wenn es im vorliegenden Fall so wäre, was man ja anhand des Zeitungsberichts nicht sicher beurteilen kann, dass die Eltern eine sinnvolle Entwicklung und Schulbildung des Kindes nicht unterstützen, stören oder verhindern, dann stellt sich die Frage, was der Staat da tun kann. In so einem Fall kann und sollte sicherlich, auch zur Vermeidung von Folgefällen, ein gewisser Druck aufgebaut werden, wobei Gefängnishaft, und wenn sie auch nur kurz ist, der größte Unsinn ist. Das stigmatisiert Eltern und Kinder, und treibt sie eher weiter in eine Oppositionsrolle zum Staat. Und es kostet den Steuerzahler Geld. Viel sinnvoller wäre die Verpflichtung zu gemeinnütziger Arbeit, die man z.B. mit einer ansonsten drohenden Kürzung sozialer Leistungen untermauern könnte. Jeden wird man dazu dennoch nicht bewegen können, aber es wäre jedenfalls viel besser, als die Betroffenen ins Gefängnis zu stecken. Und vor allen staatlichen Zwangsmaßnahmen sollte ohnehin erst einmal ein ausführlicher Dialog stehen, der in der Praxis aus meiner Sicht viel zu kurz kommt. Wenn der Sexualkundeunterricht sinnvoll ist, so wie er zur Zeit durchgeführt wird, dann wird man zumindest die allermeisten Eltern auch davon überzeugen können, wenn man ihre Bedenken und Einwände ernst nimmt und sich Zeit für diesen Dialog nimmt. Und die Kinder den Eltern wegzunehmen, wenn diese z.B. einer Sekte angehören, die das Kindeswohl schädigt, geht natürlich nur in ganz extremen Fällen. Hier erscheint es mir sinnvoll, ganz allgemein an den Schulen mehr psychologisch und sozialpädagogisch geschultes Personal einzusetzen, das in den Fällen, in denen die Eltern ihren Kindern eher schaden, zumindest ein Stück weit den Schaden begrenzen könnte, indem solche Kinder dann in der Schule intensiver betreut werden.

  12. hildegard schreibt am :

    Die Links der beiden letzten Tage bestätigen Thomas Galli voll. Und mit ihm schlussfolgere ich und möchte ich von diesem Staat als LÖSUNGSANSATZ nur dies fordern
    „… ganz allgemein an den Schulen mehr psychologisch und sozialpädagogisch geschultes Personal einzusetzen, das in den Fällen, in denen die Eltern ihren Kindern eher schaden, zumindest ein Stück weit den Schaden begrenzen könnte, indem solche Kinder dann in der Schule intensiver betreut werden.“
    Nichts halte ich für wichtiger als dies – notwendig wäre das seit langem gewesen!

    Wann endlich erkennt die GrKo dies, wann ändert sie diese krank machenden Strukturen?

  13. Ilona Fianen schreibt am :

    Hallo,
    ich bin eigentlich sehr „sozial“eingestellt.Aber ich finde trotzdem das jeder erwachsene Mensch weiß was Recht und Unrecht in unserer Gesellschaft ist.Und wer Unrecht begeht ,insbesondere auch Sexualdelikte ,gehört ins Gefängnis ,allein schon zum Schutz anderer.

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