Katholische Kirche lässt Mitarbeiter im Stich

21.04.2016: ARD Kontraste

Vermeintlicher Kindesmissbrauch: Katholische Kirche lässt Mitarbeiter im Stich

Der Juni 2015 war für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der katholischen Kita in Mainz-Weisenau ein Albtraum: Eine Mutter beschuldigt die Erzieher, sexualisierte Gewalt unter Kindern zugelassen zu haben. Offenbar ein Skandal, der sofort seinen Weg in die Öffentlichkeit findet. Das Bistum Mainz reagiert schnell: es kündigt allen Beschäftigten sofort. Inzwischen scheint aber klar, dass die Vorwürfe haltlos waren. Doch statt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu rehabilitieren, schaltet die sonst Menschlichkeit einfordernde Kirche auf stur.

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netzwerkB Pressemitteilung 21.04.2016

5 Kommentare

  1. hildegard schreibt am :

    Kirche scheint auf stur und permanent geschaltete Ratlosigkeit aus Hilflosigkeit und Angst vor dem erdrückenden Ausmaß der eigenen Mit-/Schuld und dessen, was jede Tat anrichtet …

  2. Karl Görtz schreibt am :

    Der Header – Katholische Kirche lässt Mitarbeiter im Stich- ist meiner Meinung nach verharmlosend . Man muss es heute deutlicher sagen:
    Die katholische Kirche schickt schuldlose MitarbeiteRinnen in die Arbeitslosigkeit und anschließend in die Altersarmut ohne ein Anzeichen von Erbarmen oder Schuldgefühlen. Einen Arbeitsplatz zu haben, und ich meine jetzt einen richtigen Arbeitsplatz mit auskömmlichen Arbeitslohn, Urlaub, Sozialversicherung und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, ist in der heutigen Zeit ein hohes Gut, fast so wie ein Lottogewinn. Die Mitarbeiterinnen der Kita sind jetzt arbeitslos. Weiss die Kirche eigentlich, was sie da angerichtet hat? Nein! Sie wissen es nicht. Die Mitarbeiterinnen beziehen zunächst 1 Jahr Arbeitslosengeld 1 und landen dann in das Sanktionsregime der Bundesanstalt für Arbeit. Egal, welche Tätigkeit sie dann vorher ausgeübt haben, sie dann unter Sanktionsandrohungen bis in die Obdachlosigkeit von der BRD in JEDE Arbeit erpressbar.

    Die katholische Kirche hätte die Pflicht für ihr erbärmliches Versagen die Mitarbeiterrinnen mit einer Lohnfortzahlung auf Lebenszeit zu entschädigen.

  3. Helga Wolf schreibt am :

    Jetzt sollten wir uns fragen, warum enge Angehörige der Kirche, die nachweislich Missbrauch begangen haben, geschützt und – wenn überhaupt – lediglich versetzt werden, Angestellte im weiteren Umfeld aber mit Pauken und Trompeten entlassen werden und das noch bevor ihre Schuld nachgewiesen werden kann. Schlussendlich ist es eine Selbstzerstörung der Kirche von innen heraus einzig zum Erhalt der Macht. Ungezählte Opfer aber bleiben bei einer solchen Politik auf der Strecke.

  4. Prospero schreibt am :

    Und was uns noch bei der RKK entgangen war:

    „…Zwar war es positiv, dass ab März 2010 externe und unabhängige Experten zu Missbrauchsbeauftragten ernannt wurden.
    Doch weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit wurden ihre Befugnisse beschnitten: Denn schon ab September 2010 durften sie nicht mehr Missbrauchsfälle direkt an die Staatsanwaltschaft übermitteln, dafür war nun ausschließlich die Bistumsleitung verantwortlich.
    Auch dass Mitarbeiter im kirchlichen Dienst verpflichtet waren, Hinweise auf einen sexuellen Missbrauch direkt an den externen Beauftragten zu melden, wurde nach wenigen Jahren wieder aufgehoben. Nun müssen sie laut Punkt 11 der Leitlinien „schnellstmöglich die zuständige Person der Leitungsebene der Institution, bei der sie beschäftigt sind (.. .) informieren“. Das war also nicht mehr der externe und unabhängige Missbrauchsbeauftragte.
    Es gibt es nur eine Lösung hin zu mehr Transparenz: Die Verjährungsfristen müssen bei der geplanten Reform des Sexualstrafrechts fallen…“ (mainpost)
    Kann man also bisherige Statistiken in die Tonne kloppen?

  5. Prospero schreibt am :

    Nun, alle Mitarbeiter werden nicht im Stich gelassen, wie der Würzburger Fall des beschuldigten Ex-Missbrauchsbeauftragten zeigt: innerhalb von 3 Monaten wurde in der Glaubenskongregation zu seinen Gunsten entschieden…

    Und der Bischof geht altbekannte Wege: „…auf die durch die Schändung erfolgten Beleidigungen Verstorbener, aber auch all der Menschen, die in der Kiliansgruft zum stillen Gebet kämen und dort ihren Zufluchtsort hätten. Dabei stellte Bischof Hofmann die Frage in den Raum, ob eine solche Entgleisung nicht doch in einem weiteren Zusammenhang mit öffentlichen Kampagnen der vergangenen Wochen gegen die Kirche stehe. „Wird nicht oft genug ohne greifbare Belege unter Missachtung der Unschuldsvermutung und durch ständige Wiederholung unbewiesener Anklagen ein Boden bereitet, der Unruhe, Zwietracht und Frust fördert?“, fragte der Bischof.

    Opfer stehen an erster Stelle, q.e.d.

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