Im Gespräch bleiben

22.12.2016: netzwerkB

Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Sabine Andresen,
sehr geehrte Mitglieder der Aufarbeitungskommission des UBSKM,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 22. Dezember 2016 in dem Sie auf unser Schreiben vom 4. November 2016 eingehen und uns mitteilen, dass Sie im Gespräch bleiben wollen.

Über Ihr bisheriges Vorgehen und über unsere Kritik würden Sie gern mit uns sprechen wollen und schlagen diesbezüglich vor, am Rande unserer nächsten Mitgliederversammlung zu uns zu kommen. Ihr Gedanke sei dabei, dass möglichst viele von netzwerkB daran teilnehmen, um sich ein Bild machen zu können.

Ihren ‘Gedanken‘, dass möglichst viele von Ihrer Arbeit Kenntnis bekommen unterstützen wir sehr – Transparenz ist uns sehr wichtig!

Leider ist Ihr Vorschlag nur sehr schwer umzusetzen, denn wenn wir allen unseren Mitgliedern ermöglichen wollen, an einem solchen Gespräch, wie von Ihnen angeregt, persönlich teilzunehmen, entstehen Kosten, die für uns nicht tragbar sind.

Da netzwerkB nicht nur bundesweit, sondern auch europaweit und sogar in den USA Mitglieder hat, würde pro Person für ein solches Treffen im Durchschnitt ca. 400,- Euro an Fahrt- und Übernachtungskosten entstehen. Bei 1000 Mitgliedern ist das eine Summe von 400.000,- Euro.

Viele der Mitglieder bei netzwerkB leben auf Grund ihrer traumatischen Erlebnisse unterhalb des Existenzminimums. Ausgaben für ein solches Treffen sind deshalb nicht zumutbar. Es ist unsere Grundhaltung bei netzwerkB finanziell Schwächere nicht auszugrenzen, sondern mitzutragen. Deshalb müssten diese Kosten übernommen werden – können, bzw. wollen Sie das?

Um kostengünstig und dennoch transparent alle Mitglieder bei netzwerkB über den Stand Ihrer Arbeit zu informieren hatten wir Ihnen bereits vorgeschlagen, durch netzwerkB-tv ein Gespräch mit Ihrer Kommission und demokratisch legitimierten Vertretern von netzwerkB in Berlin aufzeichnen zu lassen. So hätten unmittelbar danach alle Mitglieder von netzwerkB die Möglichkeit, sich über das Internet über Ihre Arbeit entsprechend zu informieren.

Mit diesem Vorgehen entstehen für netzwerkB Kosten in Höhe von ca. 900,- Euro, was das Vorhaben realistisch macht, im Gegensatz zu 400.000,- Euro wie oben dargestellt.

Gern würden wir von Ihnen hören, dass Sie diese Kosten von 900,- Euro übernehmen werden. Sollte dies nicht der Fall sein werden wir unsere Mitglieder und Spender bitten, diesen Betrag aufzubringen. Auf diese Art und Weise ist es dann möglich, dass wir miteinander im Gespräch bleiben.

Über eine positive Rückmeldung würden wir uns sehr freuen.

Ihr netzwerkB Team

Mehr auf netzwerkB:
Aufarbeitungskommission eine Farce?

Für Rückfragen:
netzwerkB – Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V.
Telefon: +49 (0)4503 892782 oder +49 (0)160 2131313

Ein Kommentar

  1. Hans Owes schreibt am :

    Die Mitgliederversammlung muss zwingend abgehalten werden.
    Die Mitgliederversammlung ist das zentrale und wichtigste Vereinsorgan.
    In der Mitgliederversammlung werden grundsätzlich alle Angelegenheiten des Vereins durch Beschluss der Vereinsmitglieder geregelt. Von dieser Regel ausgenommen sind Vereinsvorgänge, die in die Zuständigkeit des Vorstands oder eines anderen Vereinsorgans fallen. In der Mitgliederversammlung wird der Wille des Vereins gebildet und kundgetan. Ob nun das Mitglied aus Amerika erscheint oder nicht. Es wird also eine Mitgliederversammlung geben, man wird sie vorbereiten und ja, viele werden nicht teilnehmen können. Deshalb ein Gesprächsangebot auszuschlagen, halte ich für falsch.
    ___________________________________________
    Anmerkung vom netzwerkB Team:

    wir halten es ebenfalls für falsch ein Gesprächsangebot auszuschlagen, deshalb haben wir in unserem Schreiben vom 22.12.2016 an Frau Prof. Dr. Sabine Andresen, sowie an die Mitglieder der Aufarbeitungskommission des UBSKM, auch geschrieben:
    „Ihren ‘Gedanken‘, dass möglichst viele von Ihrer Arbeit Kenntnis bekommen unterstützen wir sehr – Transparenz ist uns sehr wichtig!“
    (das gesamte Schreiben als PDF herunterladen:http://netzwerkb.org/2016/12/22/im-gespraech-bleiben/

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