Strafen abschaffen!

07.10.2017: netzwerkB: rbb

„Jeder Mensch braucht Platz zur Entfaltung! Ein Gefängnis ist der größte menschliche Unsinn, eine Quälerei, eine Folter ist das, die wir uns haben einfallen lassen.“ (Norbert Denef)

rbb Fernsehen ‘Himmel und Erde‘
Sa 07.10.17 17:25
IN oder OUT ? – Was machen wir mit Straftätern?

Quelle: http://mediathek.rbb-online.de/tv

12 Kommentare

  1. Sehr gut, Norbert Denef!
    Einsperren macht keine besseren Menschen aus Tätern, sondern entlässt sie nach Jahren eher voller Hass, Unverständnis und Leid. Macht sie eher erneut zu Tätern.
    Und Haft als Rache für begangene Taten ist gleich ganz schrecklich – für die Opfer (!), die Täter und die Gesellschaft als Ganzes.

  2. Esther schreibt am :

    Ich schaue mir das Video an kann Dir, Norbert, in keiner Weise beipflichten. Ich kann Dich überhaupt nicht verstehe ,daß Du von Folter sprichst, ect..
    Der Polizeibeamte hingegen spricht für mich realistisch. Die Gefängnisse in Deutschland sind keine Folterkammern mehr. Es werden keine Menschen willkürlich eingesperrt.Für mein Gerechtigkeitsempfinden kommen Viele mit viel zu geringen Strafen davon.Gut, sie werden durch den Knast nicht besser werden, daß ist auch nicht das Ziel. Sie werden aber auch ohne Knast nicht besser. Wenn ich einen Menschen umbringe, vergewaltige, entführe, quäle, beraube…MUß ICH DAFÜR BÜSSEN !!!
    Und das nicht in einem Wellness-Bereich !

  3. Fjsbeu schreibt am :

    Ist das jetzt Satire? Oder meint der Denef das Ernst??

  4. elfi schreibt am :

    Dem kann ich nicht zustimmen.
    Persönlich hege ich keinen Hass oder Rache, aber die Gefängnisse sind keine Foltereinrichtung, die können sich meist innerhalb der Anstalt frei bewegen, haben Freigang, ja manche beklagen sich im TV, sind aber selber schuld und nicht die Opfer.
    Sexualtäter gehören unter Kontrolle, um weitere Straftaten zu verhindern.
    Letztend begründete Linus Förster (SPD) aus Augsburg, er wurde depressiv (da er politisch in Bayern diskriminiert werde?) und hat deshalb Frauen unter Drogeneinfluss vergewaltigt. Sein Geständnis und eine kleine Summe Entschädigung zweiter Opfer, die dritte lehnte es ab, wirkte strafmildernd 3,9 Jahre, mehrere Frauen Opfer, er war bereits 2012 deshalb freiwillig in Behandlung.
    Das war wieder für mich der Beweis, die meisten Triebtäter sind nicht heilbar bzw. belehrbar.

    Bei kleineren oder Wirtschaftsdelikten finde ich Geldstrafe und Bewährung mit Fußfesseln angemessen.

  5. Matthias W. schreibt am :

    Das was der Polizist gesagt hat, ist völlig richtig. Freiheitsstrafen sind wichtig und richtig, es geht nicht ohne.

    Die meisten Straftäter kommen doch eh erstmal mit einer Geldstrafe oder Bewährung davon. Wer sich davon nicht beeindrucken lässt, der gehört meiner Meinung nach auch für eine bestimmte Zeit lang eingesperrt. Das gleiche gilt auch für Menschen, die schlimme Verbrechen (Banküberfälle, schwere Körperverletzungen, Vergewaltigung usw.) verüben. Viele sind eiskalt, zeigen keine Reue und haben keine Empathie für ihre Opfer. Manche bedrohen die Opfer sogar noch und versetzen sie in Todesängste. Wie man zum Beispiel an Magnus Gäfgen sieht, der bis heute kein Unrechtsbewusstsein zeigt. Das sind keine kleinen Kinder und dementsprechend muss man mit ihnen umgehen. Den meisten Straftätern ist es bewusst, dass sie für ihre Delikte im Gefängnis landen können, darum habe ich mit den wenigsten Mitleid, die zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden. Sie haben sich das Schicksal selbst ausgesucht.

    Ich denke, dass die Gefängnisse in Deutschland relativ human sind. Es gibt Freizeitangebote, Fernsehen und die Möglichkeit eine Ausbildung zu machen. Auch Therapien kann man dort machen. Und wer sich gut führt, der bekommt sogar die Möglichkeit auf Freigänge, Urlaub oder offenen Vollzug. Also ich finde das ziemlich human.

  6. AlBundyFan schreibt am :

    ich bin seit langer zeit auf deiner liste – aber ich denke jetzt darüber nach mich abzumelden.
    jeder der meint, daß schwere Straftäter keine strafe bekommen sollten, spuckt deren opfern ins gesicht und tritt sie nochmal in den bauch.
    was sollen opfer denken, die vergewaltigt oder schwer misshandelt wurden, wenn ihr Peiniger als freier mann aus dem gericht spatziert bzw. nichtmal eine Gerichtsverhandlung wäre?
    weißt du, wieviele leute, die sich jetzt noch zurückhalten, noch viel mehr opfer haben würden, wenn es keine Bestrafung gäbe? statt nur alle paar Monate jemanden zu vergewaltigen kann man es doch jeden tag tun, wenn es eh keine strafe gibt.
    ______________________________________
    Anmerkung vom netzwerkB Team:

    Liebe/er AlBundyFan,

    möge folgendes Zitat von Mahatma Gandhi Ihnen verdeutlichen worum es uns geht:

    Der Mensch und sein Tun sind zweierlei. Während eine gute Tat Billigung und eine schlechte Tat Missbilligung finden sollte, verdient der Täter der Tat, ob gut oder schlecht, stets Achtung oder Mitleid je nach Lage des Falles. „Hasse die Sünde und nicht den Sünder“ ist ein Gebot, das, so leicht es zu verstehen ist, doch nur selten verwirklicht wird. Deshalb breitet sich das Gift des Hasses über die ganze Welt aus.
    Ahimsa ist die Grundlage der Wahrheitssuche. Ich erkenne jeden Tag, dass die Suche vergeblich ist, wenn sie nicht auf Ahimsa als Basis gründet. Es ist ganz in der Ordnung, einem System zu widerstehen und es anzugreifen. Aber seinem Urheber zu widerstehen und ihn anzugreifen, ist gleichbedeutend mit Widerstand und Angriff gegen sich selbst. Denn wir sind allzumal Sünder und Kinder eines und desselben Schöpfers, und als solche besitzen wir unendliche göttliche Kräfte. Ein einziges Menschenwesen zu missachten, heißt diese göttlichen Kräfte missachten und so nicht nur dieses Einzelwesen schädigen, sondern mit ihm die ganze Welt. Zitatende

    Ca 10 % von den die einsitzen sind gefährlich für die Gesellschaft – hier gilt es menschliche Maßnahmen zu treffen, um uns zu schützen.

    Täter und Mitwisser sollten gerichtlich für den Schaden den sie angerichtet haben zur Verantwortung gezogen werden, so dass das Opfer gegebenenfalls ein Leben lang entschädigt wird – das ist keine Strafe sondern gerecht. Die bisherige Praxis, dass Opfer mit ein paar Euro abgespeist werden können, hätte damit ein Ende.

  7. Nurith Krüger schreibt am :

    Gehts noch??? Liebes Opfer halte doch bitte auch noch die andere Backe hin, oder was????? Dem Dreckschwein, das damals mein kleines 11 Jahre altes Kind vergewaltigt hat, dem möchte ich immernoch jeden Monat eine hauchdünne Scheibe von seinem Tatwerkzeug abschneiden, damit er auch für den Rest seines Lebens was davon hat, genauso wie mein Kind für den Rest ihres Lebens gezeichnet ist!!! Ich finde auch,dass Knast nichts bringt! Ich will Gerechtigkeit für mein Kind!

  8. Karl Görtz schreibt am :

    Bin ich ein Sünder? Bin ich unheilbar? Hasse ich die Sünde und damit mich als Sünder? Hasse ich die Prediger, die mich schon bei meiner Geburt zum Sünder machten. Es gibt immer Irgendwelche, die mir einen sündigen Schwachsinn einreden wollen. Hass auf die Sünde wie auch auf den Sünder im Allgemeinen ist übrigens nicht gut für’s Allgemeinbefinden, solange man auf dieser sündigen Erde weilt. Ich greife keinen Menschen tätlich an, mit Worten vielleicht. Da habe ich vielleicht in der Vergangenheit schon öfters gesündigt. Wenn mich aber einer körperlich angreift, wehre ich mich. Das könnte auch für meinen Angreifer zum Tode führen. Wer ist hier dann der Sünder, und was ist hier dann die Sünde? Ich, der mein Leben retten wollte, oder der Angreifer der jetzt tot ist? Oder sollte ich es machen wie Jesus, der sich nicht gewehrt hat, als sie ihn elendig am Kreuz verrecken ließen? Hier gibt es doch keine Erbsünder, oder?

  9. hildegard schreibt am :

    … doch, Erbsünder sind alle, die aus der ewigen Elendsspirale der Gewalt nicht begriffen: Strafen hilft nicht!
    Wem nützt Strafe?
    Wen müssten die Gerichte strafen?

    Vorfahren vor den Gewalttaten wussten es auch nicht besser, mussten die Gewalt der Mächtigen hinnehmen, gaben sie selbst an Abhängige weiter, lehrten ihre Nachfahren nichts als die pure Gewalt. Ändern konnten sie das System nicht, und bessern wollten sie nichts. Nichts als Gewalt wurde den Generationen vermittelt. Und so ging Gewalt in die Gene.

    Generationen vorher begann der große Etikettenschwindel: Man wollte nicht die Mitmenschlichkeit, die der Mann aus Nazareth gelehrt hatte. Man beschloss ihn zu verraten. Man beschloss Ehre, Menschenwürde, Mitmenschlichkeit und Humanität zu verhökern.

    Gemeint war “die gute Nachricht” – aber keine Kirche berief sich auf deren Humanität, kein Monarch auf deren Mitmenschlichkeit. Per Befehl trieben all diese Diktatoren die Gewalt vor sich her:
    Macht wollten männliche Potentaten. Gewalt war das Mittel zum Zweck. Der Zweck heiligte die Mittel. Sakrosankt heiligten Kirchen die Mittel zum Zweck der Macht für sich und die Staatsgewalt.

    Mit Strafen kommen wir demnach nicht weiter.

    Kirchen können und müssen heute etwas ändern.
    Hier braucht es den Schnitt, denn Generationen vor der Tat müssten vor Gericht …

  10. elfi schreibt am :

    Musste nun erst mal lesen, was bedeutet Erbsünde, da ich nicht in der Kirche bin.
    Ebenso Bedeutung Buße, was ist der Unterschied zur Strafe. Strafe (ohne Folter) Zeit über Taten nachzudenken, mit/oder anschließend Buße = Therapie und Wiedergutmachung, was heißt, Entschädigung der Opfer, Entschuldigung und Reue zeigen.
    Erbsünde ist total überholt, in vielen Dingen hat sich die Kirche modernisiert und digitalisiert. Auch beim Denken und Handeln müssen sie sich der heutigen Zeit, da viele neue wissenschaftliche Erkenntnisse und vor allen den Lebenserfahrungen anpassen.

    Ich bin keine Erbsünderin!

  11. Eva schreibt am :

    Was hier völlig fehlt, sind die Schäden, die Täter Menschen angetan haben. Viele Schäden machen aus Opfern Gefangene ihrer schweren körperlichen und schweren psychischen Schäden ! Ist es überhaupt noch sinnvoll weiter zu leben, wenn Opfer ihr ganzes Leben nur noch leiden und nicht mehr geheilt werden können ? Wenn Opfer schwer psychisch krank wurden und unter den Nebenwirkungen der Psychopharmaka nur noch leiden, also nur noch mit Depotspritzen Psychopharmaka vielleicht noch ein paar Jahre überleben können, interessiert das keinen ! Um es auf den Punkt zu bringen: Laut Justiz gibt es keinen Kausalzusammenhang zwischen Sexualstraftaten und schweren psychischen Schäden der Opfer.

    Haben Täter ihre Strafen abgesessen oder konnten nicht verurteilt werden, ist denen meistens das lebenslange Leiden der Opfer und Opferfamilien egal.

    Zustimmen kann ich netzwerkB :
    „Täter und Mitwisser sollten gerichtlich für den Schaden den sie angerichtet haben zur Verantwortung gezogen werden, so dass das Opfer gegebenenfalls ein Leben lang entschädigt wird – das ist keine Strafe sondern gerecht. Die bisherige Praxis, dass Opfer mit ein paar Euro abgespeist werden können, hätte damit ein Ende“.

  12. Clas Hillebrand schreibt am :

    Lieber Norbert,

    Deine gütigen Worte bzgl. von Dir zur Diskussion gestellten unmenschlichen Haftbedingungen
    imponieren mir.

    Wie können und sollen wir uns alternative Vollzugmöglichkeiten vorstellen?

    Bspw. suchen organisierte Einbrecher- und Trickdiebbanden gezielt NRW als Aktionsfeld aus, da Ihnen die massive Strafdurchsetzung der bayerischen Hoheit Respekt (entschuldige bitte den Begriff, aber mir fällt kein anderer ein:) abnötigt.

    Ich denke, dass die Haftbedingungen in der BRD im Vgl zu anderen Ländern und die Resozialisierungsbemühungen „gut“ sind.

    Welche Alternativen siehst Du, bzw. gibt es schon real?
    Wie wird das finanziert, wenn denn schon Prävention und Rehansprüche nicht angemessen organisiert werden (können).

    Der Einwand des GdP-Vertreters ob der Gleichgültigkeit und Verrohung von Einsitzenden verdient f.m.E. Gehör.

    Ein mir wichtiger Aspekt von „Haftbedingungen“: Wie sieht die gesundheitliche Situation von Justizvollzugsbeamten und Einsitzenden im alltäglichen Vollzug aus, die von „Freiheitsentzogenen“ in Ihren Zellen-(Trakten) beraucht werden?

    Schön wäre, man könne Verbrecher mittels eines Spazierganges über eine Blumenwiese ändern.

    Welche alternativen Resozialisierungsbemühungen gibt es denn ?
    Gibt es Statistiken, ob das Hand abhacken Diebe zum Umdenken bringt?
    Abschreckung ist f.m.E. ein ganz wichtiger Aspekt bei der Vorbeugung.
    Viele (Sexual-) Straftäter können viel zu lange bei zu geringem Strafmass agieren.

    Gut, dass Du das Thema darstellst!

    LG, Clas Hillebrand

Artikel kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Artikel aus den Medien

ARD BRISANT ARD Tagesschau Augsburger Allgemeine Badische Zeitung Berliner Morgenpost Berliner Zeitung DER SPIEGEL derStandard.at DER TAGESSPIEGEL derwesten.de DEUTSCHE WELLE Deutschlandfunk Deutschlandradio DiePresse.com diesseits.de DIE WELT DIE ZEIT FOCUS Frankfurter Allgemeine Frankfurter Rundschau Hamburger Abendblatt Hannoversche Allgemeine Humanistischer Pressedienst Kölner Stadt-Anzeiger Leipziger Volkszeitung Lübecker Nachrichten Mitteldeutsche Zeitung n-tv N24 NDR.de NDR Info Neue Zürcher Zeitung nordwestradio Publik-Forum Saarbrücker Zeitung SPIEGEL ONLINE stern.de SÜDWEST PRESSE Süddeutsche Zeitung taz TP Presseagentur Berlin WAZ WELT ONLINE ZDF heute ZEIT ONLINE