Nachdenken

13.10.2017: netzwerkB

Ein Gastbeitrag von Karl Görtz

Ich bin des Nachdenkens über Deutschland und Europa überdrüssig geworden. Alle politischen und sozialen Blogs hinken der Realität in Deutschland und Europa mit ihren Statements hinterher.  Die einen sagen, was schon seit Jahrzehnten falsch läuft, andere sagen was schlimm enden wird und andere wiederum sagen, das es seit Jahren schon sozialpolitischwirtschaftliche Baustellen gibt, die beseitigt werden müssten.  Und das seit Jahren. Und? Hört die Politik auf die Warner? Nein, tut sie nicht, und das auch schon bereits seit Jahrzehnten.

Ich sehe, lese und erlebe seit Jahrzehnten keine Besserung der Lage in Deutschland sondern sehe und lese seit Jahrzehnten nur immer wieder eine Beschreibung der Zuspitzung der Lage in Deutschland und Europa. Wie glücklich müssen Menschen sein, die derzeit mit ihrem Leben zufrieden sind und nicht erahnen können, was uns bevorsteht.

Ich habe kürzlich auf den nachdenkseiten tatsächlich gelesen, dass man mit 50 Jahren keine Chance mehr auf einen Arbeitsplatz hätte.

Diesen Scheiß höre, lese und erfahre ich bereits seit 20 Jahren.

Im Alter von 40 Jahren (1997) hat mir das Arbeitsamt bereits mitgeteilt, daß ich mit 40 Jahren keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt hätte. Da hatte ich gerade erst meinen Industriemeister Elektrotechnik in einem Fernlehrgang vor der IHK Darmstadt absolviert. Ich hab mich trotzdem beworben und immer öfters eine Absage wegen angeblicher Überqualifizierung erhalten. Schönen Gruß auch von hier aus an den Fachkräftemangel. Jetzt gehe ich mit 61 Jahren mit einer Schwerbehindertenrente – von staatlicher Seite nachweislich per Verwaltungsakt im Hartz IV Bezug vollzogen – in den Ruhestand. Keine Sorge, das Sozialgericht habe ich über diese Praxis der Mißachtung der Menschenrechte informiert. Die aber spielen das Spiel mit und scheißen auf Gerechtigkeit.

Ich weiß, wenn ich solch einen Text schreibe, geht es mir wieder mal nicht gut. Dann greife ich zur Gitarre und spiele Lieder in Moll. Geht aber wieder vorüber. Ich weiß ja, dass der Frust immer wieder mal hochkommt und dann auch wieder geht.

Bis denne

Karl

2 Kommentare

  1. elfi schreibt am :

    @ Karl,die Gedanken sind für nachvollziehbar.
    Man hat erhelbiche Einbuße durch die frühe Rente, aber Demütigungen von mancher Ämtern entgeht man damit.
    Über 60 wird man, so empfinde ich, ruhiger, es schadet nur die Aufregung.
    Seine Gedanken ab und zu mal aufschreiben, was bei den Erlebnissen emotional ist, wühlt auf, macht aber auch die Seele ein bisschen wieder frei.
    Wir leben weiter!

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