Vatikan will Diplomaten nicht an Kanada ausliefern

13.10.2017: derStandard.at

Geistlicher muss sich vor vatikanischem Gericht wegen Verbreitung von Kinderpornografie verantworten Vatikanstadt/Ottawa – Der Vatikan lehnt die Auslieferung eines vatikanischen Diplomaten an die kanadische Justiz wegen Verbreitung von Kinderpornografie ab. Der Geistliche, ein ranghoher Mitarbeiter der Botschaft des Heiligen Stuhls in Washington, soll sich vor einem Gericht im Vatikan verantworten, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Weiter lesen…

3 Kommentare

  1. Marlis Fischer schreibt am :

    Wenn einer Zeitung wie dem „Standard“ derartige Fehlinformationen, wie hier geschehen, unterlaufen, muss man sich nicht mehr wundern, dass es zum Thema „sexuelle Gewalt in der Kath. Kirche“ nicht voran geht. Er schreibt doch tatsächlich: „Der Beschuldigte wohnt nach Medieninformationen inzwischen am Sitz des Vatikan-Gerichts, ist aber nicht inhaftiert.“ Dieses Gericht gibt es nicht!!! Weiter geht es im Meer der Unwissenheit: „Das vatikanische Strafrecht sieht für die Verbreitung von Kinderpornografie zwischen einem und fünf Jahren Haft und eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro vor. (APA, 12.10.2017)“
    Da frage ich den „Standard“ doch mal, wo bitte ist das Gefängnis auf diesem 0,44 km 2 großen „Vatikanstaat“ und wieviel Inhaftierte zählt es jährlich? Des weiteren hätte ich gerne einen Literaturhinweis zum „vatikanischen Strafrecht“. Davon habe ich noch nie gehört. Ich kenne nur das „kanonische Recht“ und das hat noch niemanden ins Gefängnis gebracht, denn es setzt auf Einsicht und Reue. Es focussiert nur den Täter, Opfer gibt es in diesem Recht nicht.

    Ich kann nur empfehlen, das Buch von Geoffrey Robertson „Angeklagt: Der Papst“ zu lesen. Dann hat man verstanden, was es mit diesem kanonischen Recht auf sich hat, wie der Vatikan mit Hilfe von Mussolini (Lateranvertrag) und auch der UN zum Staat wurde und doch kein Staat ist und wie er sich diplomatische Immunität erschlichen hat. So ist das derzeitige Prozedere mit Kanada nicht mehr verwunderlich.

    Die Kath. Kirche ist die einzige, wenn auch recht große Glaubensgemeinschaft auf dieser Welt, die sich zum Staat gemacht hat. Wenn man sich dieser Dreistigkeit bewusst wird, ist ihr Umgang mit Opfern nicht mehr verwunderlich.

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