Zurück ins Leben 

27.12.2017: stern

Der Tod eines Kindes, ein schwerer Unfall oder die Kündigung: Nach Schicksalsschlägen fällt es schwer, inneren Frieden zu finden und neuen Mut zu schöpfen. Aber es kann gelingen.

Von Florian Güßgen und Nina Poelchau; Fotos: Patrick Ohligschläger

Der Mann am Ostseestrand macht Gymnastik, mit einem größenverstellbaren Reifen. Manchmal stundenlang. Das tut Norbert Denef, 68, gut. Oft redet er mit neugierigen Spaziergängern. Zwischen dem 10. und 18. Lebensjahr wurde er als Messdiener sexuell missbraucht. Mit 40 brach er zusammen. Und begann darüber zu sprechen und vor Gericht zu klagen. Er war der erste Deutsche, der von der Kirche eine Entschädigung erhielt. Und er entwickelte eine Überlebensstrategie. „Wer sich bewegt, kann auch etwas bewegen“, sagt er, alles muss raus, die Wahrheit und die körperliche Spannung.

Quelle: stern 28.12.2017

3 Kommentare

  1. Clas Hillebrand schreibt am :

    Lieber Norbert,

    alles Gute für Euch in 2018.

    Bei einem Saunabesuch blätterte ich in der
    STERN-Journaille und entdeckte das beindruckende und stimmungsvolle Foto von Dir.

    Wie empfindest und bewertest Du den dazugehörigen Textbeitrag?

    Für mich transportieren die dort gewählten redaktionellen Worte nicht Eure/Deine berechtigte Kritik an der Kirche, geschweige denn ein Hinweis auf Euer wichtiges Engagement!

    Eher suggerieren (mir) die dort gewählten Worte:
    Seht her, die (tolle) Kirche entschädigt die Opfer sexueller Gewalt und bringt (überspitzt formuliert) lebensfrohe und lustige Menschen hervor. 😕

    In Kürze jährt sich der Suizidtod meiner früheren Partnerin, welche als Kind und während unserer Beziehung Opfer eines K.O.-Tropfen-Täters wurde.

    Das macht mich sehr traurig.

    Die Welt diskutiert zum Glück „Metoo“, ich vermisse bei der Diskussion die Aufklärungsarbeit und Information, welche grundlegenden Vorsichtsmassnahmen (junge) Frauen treffen können, erlebe in meinem persönlichen Umfeld junge Frauen, die wirklich sehr naiv und sich viel zu vertrauensselig in potenziell gefährliche, aber vermeidbare Situationen bringen!!!

    Habt Ihr eine Idee wo Eltern und (junge) Frauen Tips für Prävention(sstrategien) bekommen können?

    Alles Gute für Euch von Herzen
    LG Clas
    Never give up !:)

    Alles liebe und Gute für Euch
    _____________________________

    Lieber Clas,

    vielen Dank für Deinen Beitrag!

    Ende Mai 2017 fragte die Radakteurin vom stern, Frau Poelchau, bei mir an, ob sie meine „Geschichte“ in einem Artikel veröffentlichen könne wo es darum gehen sollte, aufzuzeigen, dass es möglich sei, trotz extremer Belastung zurück ins Leben zu finden. Aufhänger des Artikels sollte das neue Buch von Spiegel-Bestseller-Autorin Sheryl Sandberg sein, „Option B“. Der Artikel war kurz vor dem Erscheinungstermin des Buches in Deutschland geplant.

    Für eine Zustimmung, meine Geschichte in dem Artikel zu veröffentlichen, stellte ich Bedingungen: Nur mit meinem Reifen sagte ich und, dass ich das Buch „Option B“ vorher lesen will, gleichwohl es noch nicht veröffentlicht war. Ich erhielt das Buch in der Vorversion, war begeistert, und stimmte zu, meine Geschichte in dem Artikel zu veröffentlichen.

    Auf den Text hatte ich keinerlei Einfluss, da es der Redakteurin an Zeit mangelte, denn sie war in Vorbereitung auf ihren Hochzeitsurlaub. Ich solle ihr vertrauen, meinte sie. Das tat ich, da ich sie schon seit längerer Zeit kannte.

    Die Fotos für den Artikel wurden am 2. Juni 2017 gemacht.

    Der geplante Erscheinungstermin des Artikels ist dann leider geplatzt, weil man über Helmut Kohl berichten musste als er gestorben war.

    Das Buch „Option B“ wurde zwischenzeitlich veröffentlicht und damit konnte der stern nicht mehr exklusiv über das Buch berichten. Der Artikel wurde daraufhin immer wieder verschoben – bis zum 28. Dezember 2017.

    Nun, was übrig geblieben ist von dem ursprünglich geplanten Artikel hast Du ja gelesen.

    Meinem Foto im stern stimme ich bedingt zu, denn leider zeigt es nur einen Ausschnitt vom Original, wo die gesamte Reifengröße zu sehen ist.

    Wie bereits erwähnt, hatte ich keinerlei Einfluss auf den Text. Wer mehr über meine Geschichte erfahren möchte kann ja bei Wikipedia nachschauen. Insofern bin ich ganz froh darüber, dass der Text sehr kurz gehalten ist und grundsätzlich nichts falsches drin steht.

    Wer sich mit den Medien einlässt muss immer mit solchen Dingen rechnen, wie oben beschrieben – auch dort sitzen nur Menschen die nicht frei von Fehlern sind.

    Herzliche Grüße

    Norbert Denef

  2. Clas Hillebrand schreibt am :

    Hallo Norbert,

    vielen Dank für die umfangreiche Info!

    Mein Hinweis war keine Kritik an Dir! : ).
    Mir war wichtig, zu vermitteln, wie der Artikel in seiner tieferen Aussage rüberkommen mag.

    Ich drücke Euch die Daumen, dass es zu einer umfangreicherem Darstellung Eurer Vita kommen wird.

    LG, Clas

    Beim Medien-Transport wird in seiner Aussage wenig dem Zufall überlassen

  3. Hubert schreibt am :

    Mag ja eine gute Ressource sein, keine Frage.
    Jede From von Bewegung ist gut.
    Jedoch – realistisch betrachtet – macht es das Problem nicht weg.

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