MeToo-Debatte

10.01.2018: netzwerkB Pressemitteilung

netzwerkB Pressemitteilung vom 10.01.2018

Zur MeToo-Debatte nimmt netzwerkB wie folgt Stellung:

Hashtag #metoo# ist eine Welle, die die sozialen Medien weltweit ergriffen hat. Viele einzelne (meist Frauen, wenige Männer) sprechen öffentlich aus, was sie aus Scham und Angst vor gesellschaftlichen Folgen für lange Zeit nicht auszusprechen wagten.

Für den einzelnen ist es ein mutiger und authentischer Akt sich verlorene Kontrolle durch ein Brechen des Schweigens zurückzuholen – als Ganzes stellt sich die Bewegung eher als ein Akt der Hilflosigkeit dar.

Die Gegenreaktion ist voll im Gange: Betroffene als Gruppe werden gegeneinander ausgespielt, da es solche gäbe, die wirklich etwas erlitten haben, und andere, die sich nicht so anstellen sollen. Das Recht auf aggressives Flirten wird verteidigt und das alte Argument, dass wer so lange geschwiegen habe, es jetzt auch noch weiter tun könne, ist auch wieder zu hören.

Das eigentliche Problem hier ist, dass im Grunde genommen ein rechtsfreier Raum existiert: Verjährungsfristen bei Taten sexualisierter Gewalt können nicht wirklich gegen den Vorwurf verteidigt werden, dass sie aktiver Täterschutz sind. Argumente von einem Rechtsfrieden, der nach gewisser Zeit eingehalten werden solle, können von Opfern beim besten Willen nicht nachvollzogen werden.

Für sie stellt sich deshalb der hoch gepriesene Rechtsstaat als eine Täterjustiz dar, die ihnen die Erfahrung von Gerechtigkeit und Entschädigung verweigert.

#metoo# ist deshalb ein Aufschrei der Massen, der aber in seiner schieren Wut auch dazu führen kann, dass ein weiteres wichtiges Grundprinzip eines demokratischen Rechtsstaates ausgehebelt wird: die Unschuldsvermutung.

Gerade in den sozialen Medien ist es ein Leichtes das Ansehen und möglicherweise die Karriere und bürgerliche Existenz eines Beschuldigten durch die eigentlich mittelalterliche Praxis eines öffentlichen ‚an den Pranger stellen‘ zu gefährden oder gar zu zerstören.

Hier ist der Staat gefragt, eine klare Situation zu schaffen, die Rechtsstaatlichkeit sowohl für Opfer als auch für unter Verdacht stehende Täter wiederherzustellen: Die Verjährungsfristen müssen endlich abgeschafft werden.

netzwerkB hat dieses seit Jahren schon gefordert.

Durch eine Abschaffung der Verjährungsfristen könnten alle Altfälle, für die eine Beweisführung möglich ist aufgearbeitet werden, und es würde ein klares Signal für die Gesellschaft als Ganzes setzen, dass Gewalt nicht als akzeptierbar gesehen wird und Opfer nicht zum Schweigen gezwungen werden.

Der Fokus muss sich zudem weg bewegen von der Bestrafung der Täter, hin zu einer ehrlichen Aufarbeitung des Geschehenen und einer Entschädigung der Opfer, wenn möglich durch den Täter, oder durch die Gemeinschaft als Ganzes.

Weiterführende Information:

Argumente zur Aufhebung der Verjährungsfristen
Gesetzentwurf Verjährungsfristen aufheben
Rückwirkungsverbot
Verjährungsfristen

Für Rückfragen:
netzwerkB – Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V.
Telefon: +49 (0)4503 892782 oder +49 (0)160 2131313
presse [at] netzwerkb.org
www.netzwerkB.org

32 Kommentare

  1. Tamara schreibt am :

    Das eigentliche Problem sind doch aber gar nicht die Verjährungsfristen!
    Es ist der Umgang mit den Opfern, selbst dann oder gerade dann, wenn noch nicht verjährt ist
    Und wer denkt, der Strafprozess wäre für das Opfer hart, der soll mal OEG in Anspruch nehmen wollen. Man braucht sich da nur die aktuelle Rechtsprechung der Landessozialgerichte anschauen, wo Gewalt gegen Kinder bis hin zum Nasenbluten und fesseln ans Bett mit elterlichem Züchtigungsrecht legitimiert und bagatellisiert wird.
    Das Opfer zählt im Strafprozess ohnehin nichts, sondern ist nur Mittel zum Zweck. Werkzeug des Staates, um einen Täter zu überführen.
    Um Genugtuung oder Sühne oder Sanktion geht es da nicht. Es geht um Generalprävention.
    Es geht überhaupt nicht darum, dass für das Opfer Gerechtigkeit wieder hergestellt werden soll.
    Ich finde das nicht in Ordnung, das immer so zu verschweigen!
    Was sollen da längere Verjährungsfristen ändern?!

  2. #METOO ist eine andere Kategorie. Es geht nicht um Verjährungsfristen. Hast du mitgekriegt wie Trump mit Frauen umgeht? ‚Grab ‚m by the pussy‘, einfach so. Es ist die Respektlosigkeit, womit Frauen unerwünschte Intimitäten zu akzeptieren haben; sind sie doch oft noch immer ein wenig abhängig oder weniger wert als Männer. Anzeige erstatten??? Ist keine Polizeisache, geschweige denn Verjährungsfristen. Ist doch nett und freundlich gemeint….. Wir haben im Fernsehen genug davon erfahren können. Und das soll definitiv aufhören. Hier in den Niederlanden hat eine Muslimische Frau das ganz gut verstanden. In ein Interview sagte sie fest entschlossen und mutig: ‚Wir sollen reden mit unsere Männer und Söhne.‘ Aber natürlich geht es nicht nur um Muslimen. Was kann man sich erlauben und was nicht in den Umgang mit anderen? Wie benimmt man sich? Siehe Trump….. Ich habe selber so eine Geschichte erlebt. Du weißt Norbert das ich viele Trauerfeier inhaltlich geleitete habe. Ich war mal zur Vorbereitung in ein Trauerzentrum, es war nicht am Tag der Trauerfeier. Da kam einer von hinten auf mich zu, ganz leise so dass ich nichts bemerken konnte. Auf einmal kamen zwei Händen rund um meine Hals und Brüste, und jemand klemmte sich um mich rum. Ich erschrak und bekam Angst, was war los? Dann war’s auch vorbei, und ich schaute in Augen die mich ganz komisch anguckten. ‚Ich dachte, ich falle zur Boden, sagte ein Mann der dort arbeitete und der ich mit Namen kannte. Aber wenn man zur Boden zu stürzen droht benutzt man seine Hände ganz anders. Da waren noch drei Frauen im Gebäude. Einer sagte: ‚das tut er öfters so.‘ Ich sagte: ‚Hallo? Und keiner sagt etwas?‘ Die Ausrede: ‘Na ja, das Arbeitsverhältnis ist gut, was sollen wir machen?‘ Reinster Blödsinn natürlich. Zwei Tage später war er alleine dort. Ich holte Lift und sagte: ‚Wenn du das nochmal machst wirst du mein Knie spüren und zwar so dass du mit deiner Nase auf deine Schuhe rumläufst, so dass du noch keine Tasse Kaffee trinken kannst, und das sieht in deinem Beruf total Scheisse aus.‘ So…. Und der Direktor? Der weiß alles…. Sein Ego ist aber zu groß.

  3. Mann schreibt am :

    Das Problem ist die GESELLSCHAT – sexistische Werbung usw. ! Musikvideos = Softporno ! Die Regierung = weshalb wird Prostitution nicht unter Strafe gestellt / verboten ?
    Jedoch auch fragwürdig : weshalb Unterstützen viele Frauen den Kommerz der “ Schönheitsindustrie “ !!
    Anzumerken ist ebenfalls , dass etliche Frauen die diese Aktion angefangen haben zig MILLIONEN haben ~ weshalb setzten sie sich nicht schon früher dafür ein ( nachdem sie 20..30..50.. oder mehr “ verdient “ haben ??
    Haben diese Frauen dem Kommerz nicht Vorschub geleistet !
    Ferner spielt auch die Erziehung eine Rolle .

  4. ‚Mann‘ macht mich traurig….

  5. Pingback: Sexual violence association calls for abolition of time limits on sex crime cases-Times of News Germany

  6. Pingback: Europa - Sexual violence association calls for abolition of time limits on sex crime cases - Central da Pauta

  7. for the third time: Tha agenda is not #METOO, but Pingback – TON time of news, of which the author keeps him/herself unknown…. Who is ‚man‘? Sorry, I am out of this.

  8. admin schreibt am :

    Anmerkung vom netzwerkB Team:

    Selbstverständlich hängen Verjährungsfristen und die #MeToo Welle eng zusammen. Ein Aufheben von Verjährungsfristen hätte eine ungeheure Symbolkraft und könnte ein Ende zu der durchgängigen Bagatellisierung von allem was die sexuelle Selbstbestimmung beeinträchtigt, einläuten. > > #MeToo# so wie es gerade läuft ist zwar eine starke Aussage als solche, wird aber letztendlich ins Leere laufen, wenn der Staat nicht endlich dieses Rechtsvakuum (welches im Effekt die Täter schützt) auflöst und mit allen verfügbaren juristischen Mitteln sich klar auf die Seite von Gewaltopfern stellt. > > > Das und ein Fokus auf Entschädigung für die Opfer (Bei einem Autounfall geht das doch auch! Wieso soll das nicht bei einem beeinträchtigten Leben gehen?) würde erst eine Situation begründen, in der auch Betroffene von Gewalt – jeglicher Art – wieder ein Maß an Gerechtigkeit erleben könnten. > >

    Statues of limitations and #MeToo# are two sides of the same coin. Rescinding the statues of limitations would be a powerful symbolic act and therefore initiate the end of the pervasive trivialization of everything that encroaches upon the individual’s right to sexual self-determination.
    #MeToo# as it presents itself at this point is a powerful statement, but in the end not really a lot will come of this. Unless the state takes action and fills the current legal void(which essentially serves to protect perpetrators) by using all available legal means to stand with the victims of violence.
    This and a focus on restitution (In case of a car accident, for example, this is no problem! Why should this not work by a severely marred life?) would lay a base for survivors of violence – of any kind- to be able to experience a certain level of justice after all.

  9. hildegard schreibt am :

    Die Debatte führt in Deutschland am ursächlichem Unrecht vorbei. Uns geht es um Würde. Würde ist unveräußerlich, unersetzlich.
    Nach dem NS-Regime legten Mächtige die Menschenrechte zum Machtmissbrauch aus. Nach Nützlichkeit. Nach steigender Nachfrage. Der Rechtsstaat verteidigte von Männern gemachte Rechte vorzugsweise für Männer – den Frauen und Kindern wurden mit Verjährungsfristen bei sexuellen Gewalttaten Grundrechte weggenommen. Das gehört an den Pranger.
    Missbrauchsbeauftragte und Missbrauchskommissionen ignorieren diesen Fakt und bringen sich nicht zur Richtigstellung für unser Recht ein.

    Betroffene erwarten Gerechtigkeit vom Rechtsstaat. Demokraten fordern Mitsprache. Nach dimap-Umfrage zur Aufhebung der Unrechtsfristen sind für diese Art friedlicher Versöhnung 87% der Bevölkerung!
    Dürfen die Kirchen, darf der Staat, darf fast das gesamte Parlament dieser Demokratie zur Stimme des Volkes für die Abschaffung der Verjährung schweigen?

    Der Mensch – nicht der Markt – gehört in die Mitte der Gesellschafts-Politik. Bei Neubildung der geschrumpften GroKo möge man doch bitte die Warnung der Neurologen vor drohender Hirn-Schrumpfung bedenken: Wenn bereits Kleinkinder zu Objekten gemacht wurden, keiner sie leben und lieben lehrte, werden sie sich künftig in aggressiver Selbstdarstellung aufspielen müssen, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Mangels Menschenfreundlichkeit müssen sie sich dabei an “starken Typen” orientieren um nicht unterzugehen, …

  10. Henry schreibt am :

    „Hexenjagd“ wäre die treffendste Beschreibung der #Metoo- Bewegung. Natürlich nur unter der Voraussetzung, des Verständnisses dafür, dass unschuldige Männer immer die meisten Opfer von Hexenjagden ausgemacht haben. Das Wort macht trotzdem Sinn, da die etwas beleidigende Bezeichnung „Hexe“ einigermaßen zutreffend für die HysterikerInnen sein dürfte die eine Hexenjagd auslösen. Ich ändere mein Urteil nicht, darüber dass Menschen die missbraucht wurden (ich inklusive) Hilfe verdienen. Und ich ändere mein Urteil darüber nicht dass LügnerInnen und VerleumderInnen Strafe verdienen.

  11. Henry schreibt am :

    „Ich habe einer weinenden Frau unterstützende Worte gesagt und ihr auf den Rücken geklopft. Dann habe ich gemerkt dass sie ein Rückenfreies Kleidungsstück trug und mich sofort entschuldigt. Sie sagte, dass alles OK ist und ich mich nicht zu entschuldigen habe. Dann habe ich ihr eine SMS geschick in der ich mich noch einmal für den unangebrachten Körperkontakt entschudigt habe. Sie sagte wiederholt, dass alles in Ordnung sei. Ich war beruhigt, bis ich eine Woche später den Brief eines Anwalts erhielt, in dem ich wegen sexueller Belästigung verklagt wurde.“ Einmal dürfen sie raten, ob diese Geschichte erfunden oder real ist.

  12. Wenn man eine weinende Frau zur Beruhigung leise und freundich auf den Rücken klopft merkt man nicht sofort dass ie ein Rückenfreies Kleidungsstück trägt. Dann ist da mehr passiert. Wenn sie sich dann zweimal noch enstchuldigen dann ist was los. Dann würde ich auch sagen ‚alles ist Okay‘, damit ich sie los werde. Ich rate nicht – ich denke nach und vertraue etwas nicht. Sie reden selbst von ‚unangebrachten Körperkontakt‘.

  13. Henry schreibt am :

    1. Was wäre passiert wenn er sie nicht beruhigt hätte?
    2. Was wäre passiert wenn er sich nicht entschuldigt hätte?
    3. Was wäre wenn sie ihm von Anfang an unangenehm war er verunsichert war und sich auf höfliche Mittel beschränken wollte, um Abstand zu gewinnen. Deshalb also getan hat was er tat? (Ihr aufmunternd auf den Rücken klopfen/ tätscheln und sich anschließend entschuldigen, weil ein Körperkontakt entstand der ihm unangenehm war – …)

    Oder sagen sie mir einfach was er stattdessen hätte tun sollen in diesem einfachen Szenario, was ihm ermöglich NICHT in Schwierigkeiten zu geraten!

  14. Henry schreibt am :

    Das von mir gegebene Beispiel stammt aus einem Interview, das Liam Neeson gegeben hat, in dem er sich besorgt über eine Hexenjadgt geäußert hat. Nur für den Fall dass Sie Quellen brauchen.

    Sollte es um meine Wenigkeit gehen:
    Ich lebe in Isolation und berühre niemandem außer um ihm/ ihr die Hand zu geben und habe Sorge um die Folgen der Metoo-Debatte, u.a. bezüglich der totalen Abschaffung menschlicher Interaktionen, die sich daraus ergeben könnte…
    Jemandem auf die Schulter oder auf den Rücken zu klopfen kann nicht ernsthaft der gleichen Kategorie angehören wie sexueller Mißbrauch. Das ist Wahnsinn!!!

  15. Sie hätten sofort schreiben müssen dass es aus einem Interview stammt. Es ist also nicht deine Geschichte. Ein ja – nein – Spiel hat so keinen Sinn. –

  16. Henry, in der #METOO-debatte geht’s um Macht!!! Und das soll aufhören.

  17. Henry schreibt am :

    corrie wolters – Ich habe ein Szenario geschildert und ‚man‘ gesagt, nicht ‚ich‘. Es spielt also keine Rolle *wer* sich in einer solchen Situation befindet, sondern *was* man da machen soll. Worauf ich keine Antwort erhalten habe.

    Natürlich ist mir klar dass sich das Prekäre nicht zuspitzen würde, wären die Geschlechter in dem Szenario vertauscht. …Beinahe lächerlich sich vorzustellen dass eine Frau ihren guten Ruf in Schwierigkeiten bringen könnte, indem sie einem jungen Mann ohne Oberbekleidung aufmunternd auf den Rücken klopfte; obendrein würde es ihr kaum notwendig erscheinen müssen sich dafür zu entschuldigen, da so viele Frauen deswegen schon Job, Bürgerrechte, Familie und Obdach verloren hätten… Es wäre aber immerhin mal ein Gedankenanstoß für zufällige Vertreter des weiblichen Geschlechts, sich das Problem vor Augen zu führen, vor dem Männer in einer solchen Situation stehen. „Tust du’s ist es schlecht, läßt du’s dann erst recht.“
    Es geht also in der #Metoo debatte um Macht, richtig. Ich bin mir nur nicht sicher ob sie mir zustimmen würden um wessen.

  18. Ich habe keine Antwort auf ‚man.‘ .

  19. Henry schreibt am :

    ‚man‘ war nicht die Frage. Wo liegt die Verständnis-Schwierigkeit? Das Wort ‚man‘ wird gebraucht, um auszudrücken „jemand im allgemeinen, kommt nicht drauf an wer genau“. So wie in: „Man gibt sich zur Begrüßung in westlichen Ländern die Hand, In Japan und Korea hingegen verbeugt man sich. In manchen Kreisen umarmt man sich verhalten UND KLOPFT SICH DABEI GEGENSEITIG LEICHT AUF DEN RÜCKEN.“ OK. Ich bin da etwas insistent was den Punkt angeht. Wegen einer Begrüßungskonvention wird man zum Glück nicht beliebig in den Knast gebracht…? Ich bin trotzdem so dermaßen vorsichtig geworden, dass ich mich auf das Händeschütteln beschränke.

  20. Henry schreibt am :

    Was kann man tun um Missbrauchs-Betroffene von LügnerInnen zu unterscheiden?
    Ein bescheidener Psychotheraput namens Pete Gerlach hatte folgendes formales Modell zur Hilfestellung:

    Missbrauch, Definition:
    1. Person B hängt vital von Person A ab.
    2. Person A befriedigt dessen Bedürfnisse in einer Weise die Person B schädigt/verletzt.
    3. Person B kann sich nicht schützen oder das Feld räumen.
    Wenn ALLE diese Bedingungen erfüllt sind, dann ist Mißbrauch der Fall.

    Nehmen wir einen der schlimmsten Fälle aus der #Metoo-debatte.
    Nr.1
    Gwyneth Paltrow wurde von Harvey Weinstein vor die Wahl gestellt ob sie im Austausch für sexuelle Gefälligkeiten, auf die näher einzugehen sich verbietet, eine Rolle bekommen möchte.

    Allerhöchstens Bedingung Nr. 2 könnte erfüllt sein, alle anderen nicht. Kein Mißbrauch, keine Vergewaltigung! Nichts dergleichen.

    Beispiel Nr. 2 (ausserhalb der #Metoo-debatte)
    Eine 19 Jahre alte Schülerin verliebt sich in ihren Lehrer, in jugendlichem Leichtsinn, möchte sie ihm das zeigen.
    Der Lehrer bleibt nicht innerhalb seiner Kompetenzen, sondern akzeptiert die Avancen aktiv, läd sie zu privaten Gesprächen ein, bis das Verhängnis seinen Lauf nimmt. Danach werden die Dinge dramatisch.

    Man könnte sagen sie hängt von ihrem Lehrer ab – vital. Aber er verletzt ihre Gefühle nicht, sondern bedient sich ihrer. OK. der 2. Punkt ist ein Wackelpunkt. Sie kann aber nicht einfach die Schule verlassen und ihre Zukunftschancen damit riskieren. Punkt 3 ist erfüllt.

    Hier ist vielleicht Punkt 2 zu untersuchen, aber ohne Anklage wird da nichts passieren.

    Beispiel 3. (außerhalb der #Metoo-debatte)
    Eine Internatsschülerin wird von ihrer Aufseherin verführt, die andere Schülerinnen zur Verfügung hat aber die übereinander im Unklaren gelassen werden. Das heißt die einzelne Schülerinnen wissen nichts über die etwas unangenehme Beziehungen der anderen mit der Aufseherin.
    Schlussfolgerung: Kein Ding! Alle drei Bedingungen sind erfüllt – Mißbrauch findet statt!

    Is das Modell zur Orientierungshilfe irgendwie nützlich? Ich frage, weil ich mir selbst nicht wirklich sicher bin. Ich habe in allen Beispilene als Person B eine weibliche Person gewählt, da ich die Vergleichbarkeit der Beispiele nicht mit möglichen geschlechtsspezifischen Vorurteilen kontaminieren wollte.

  21. elfi schreibt am :

    #metoo hatte in BRD einen seltsamen Beigeschmack, da sich Frau beschwerte sie wurde sexuell belästigt durch ein Kompliment(Chebli) wurden unterstützt von Nahles. Barley, da sie als Frauen bemachteiligte Posten bekamen (alle SPD), dazu kam Kebus mit KLaps auf Po in Disko und ähnlichees. Da ist es noch etwas von Gewaltaten entfernt.

    Jedoch hat es nun im Fall Wedel noch erhebliches Belastungsmaterila gegeben, wo der Sender hätte reagieren müssen, bei ärztlichen Attest! Nun ermittelt der Staatsanwalt. . Und hier ist es ja wieder typisch, das kennt man aus eigener Erfahrung, es wird vertuscht, Opfer sind machtlos, weil bei Anzeige – wer hätte gegen AG ausgesagt. Wird nun sich etwas ändern? Mal wieder ein Funken Hoffnung, ein ganz kleiner.

    @Henry – finde es nicht konstruktiv wie Du hier kommentierst, stand eindeutig „ich habe..“. Entweder eigene Erfahrungen oder Zitate von anderen dementsprechend kennzeichnen und berichten!

  22. Henry schreibt am :

    @ elfi. OK. Syntax-Korrekturen sind willkommen. Ich wundere mich nur ein wenig warum bisher niemand auf den Inhalt meiner Kommentare eingegangen ist.

    In Frankreich wurde gerade ein Gesetz eingeführt, das „Männern öffentliche Bemerkungen zum Aussehen von Frauen verbietet und Zuwiederhandlungen mit 80€ bestraft.“
    Findet jemand das sei ein Schritt in die Richtige Richtung? Ich nicht. Ich sehe einen Trend in die Falsche. Zum einen weil hier explizit ein Doppelstandart amtlich gemacht wird. Frauen wird das öffentliche Bewerten von Männlicher Physis nicht verboten. Desweiteren drohen derartige Bagatellen das Justizsystem zu verstopfen, das kaum noch Gelegenheit hat ECHTE Straftäter zu verfolgen.

    Das ist nur ein Beispiel von vielen.

  23. Henry schreibt am :

    Oh, Tschuldigung, Syntax! Ich meinte natürlich ECHTE StraftäterInnen.

  24. Henry schreibt am :

    @ corrie wolters
    Nur der Korrektheit zuliebe, nicht Donald Trump zuliebe.
    Donald Trump sagte: „They let you grab ‚em by the p##sy.“ Womit er sich in einem Gespräch unter Männern über Damen beschwerte die für Geld alles machen.
    Die ersten drei Worte seiner Aussage wurden zum Zweck der Verleumdung absichtlich herausgeschnitten und was übrig blieb aus dem Kontext gerissen, seitdem glauben manche Menschen, es handle sich um eine Aufforderung.
    Niemand muss Trump mögen, nur man sollte sich auch nicht von seinen Gegnern verhohnepiepeln lassen.
    Man braucht höchstens 5 minuten auf Youtube zu suchen, um den Irrtum aufzudecken.

    Ich hoffe Sie verwechseln das Wort „man“, nicht mit dem Wort „Mann“. Ich wüßte gar nicht wie ich Ihnen den Unterschied veranschaulichen könnte. Bin ja kein Pädagoge.

  25. Henry schreibt am :

    Nottinghamshire schießt den Vogel ab, was irrationale und prinzipiell unanwendbare Gesetze angeht.

    Ein Mann darf mit 2 Jahren Gefängnis rechnen, falls eine Frau sich von ihm belästigt #fühlt#.
    Praktisch bedeutet das, so ziemlich jeder kann aus irgendwelchen Gründen im Knast landen, naja, falls männlich.
    Wie soll ein männliches Wesen sich da verhalten?
    Eine Frau nicht anzusehen und nicht zu grüßen – ist unhöflich und kann einem als Belästigung ausgelegt werden.
    Sie auch nur eine zehntel Sekunde zu lange anzusehen, kann einem aber ebenfalls als sexuelle Belästigung ausgelegt werden.
    Sich darüber zu beklagen, dass der Bereich akzeptablen Verhaltens eine Nullstelle ist, kommt ebenfalls nicht in Frage.
    usf. Was soll ein männliches Lebewesen angesichts eines solchen Double-binds machen? Was sollen Frauen dort machen, wenn Männer Angst vor ihnen bekommen?
    Fliehen! Männer und Frauen verlassen Nottinghamshire, angesichts dieser feministischen Terrorherrschaft.
    Wohin fliehen? Rhetorische Frage…

  26. Kim schreibt am :

    Hallo,

    ich wünschte wir hier Betroffenen würden auch eine Metoo Plattform gründen. Missbrauchsopfer in der Kindheit, die auch noch durch die Psychiatrie „missbraucht“ wurden, Diagnosen bekamen die nicht stimmten, und somit Gedeih und Verderb -jeder Straftat ausgeliefert werden, mundtot gemacht werden und sich nicht wehren können dagegen, weil die Opfer selbst ja spinnen (OEG) muss endlich eine Stimme gegeben werden.

    So unfassbar viele, haben sich schon umgebracht…
    Wie wäre es denn nun einmal mit „Yes, we fight“?

    Missbrauch zu erkennen, kann man indem man sich klar darüber wird: Was sind Grenzen? Wo fangen sie an und wo hören Sie auch? Was ist die Intimsphäre? Da sieht man ganz schnell, das beim Antrag dem OEG gegenüber – restlos gefordert wird, ALLE Grenzen aufzugeben zum Beispiel!

    #Yes -we-do“,

    Ja, wir tun es! Wir stehen auf und zwar geschlossen und alle!
    Wir kämpfen gegen die permanenten Grenzverletzungen als Mensch und Bürger. Ärzte als Täter sind leider keine Seltenheit. Sie übergeben Ihre Opfer sehr gerne der Psychiatrie… laufen frei rum… usw.

    Starker Tobak findet Ihr? Nee, leider werden Machtsverhältnisse fast immer ausgenutzt…

    Yes, we do# – ja, lasst uns mal aufräumen und über Rechte und Pflichten reden. Lasst uns mal alles auf den Tisch packen – wie zum Beispiel das Grundgesetz – das zwar super ist, aber an das sich niemand hält.

    Freud und Konsorten, die mehr als Schwachsinn und Frauenverachtend war – war zu seiner Zeit – ganz in der Phantasie der „Männergesellschaft“. Wie abartig krank zu sagen, die Frau ist Schizo – weil sie vielleicht zu lange nicht begattet worden ist.

    Leute, echt, das feiert die Psychiatrie immer noch. Wie krank das alles ist. Deshalb „yes, we do“.

    Wir – müssen da mal was richtig stellen!! Verstoss gegen das
    Grundgesetz! Denn sex. Missbrauch und Vergewaltigung, sind ein Verstoss gegen die Menschenrechte und gegen das Grundgesetz.

    Leider mach ich kein Twitter. Aber vielleicht macht ihr das?
    #yes-i-do

    Kim

  27. Henry schreibt am :

    Wer belästigt wen?

    Ich entscheide mich an dieser Stelle eine persönliche Erfahrung zu schildern.
    In einer „Futterkrippe“ für arme und Obdachlose, herrschte eine Frau. Sie behauptete a) dass alle Männer in ihrer Einrichtung eigentlich in sie verliebt seien, worüber sie keinerlei Zweifel hatte, da sie
    b) eine ausgebildete Psychologin sei.
    Schon steckt man in einem Dilemma.
    Einige Benachteiligte Männer haben ihr in deutlichen Worten veranschaulicht, dass sie kein Recht hat einem die Worte im Mund zu verdrehen oder zu behaupten, man wäre „scharf auf sie“. Die Konsequenz war, für jeden der diese Strategie wählte: Hausverbot! Was für einige so viel wie Verhungern bedeutete.
    Hier die konkrete Situation, in der ich eine andere Strategie wählte:
    Sie fragte mich ob ich einen Essenskontainer in einen Erhitzer stellen würde. In der überfüllten Küche gab es keinen Platz. Die „Herrin“, zu allem Überfluss, reckte ihren Podex so weit nach hinten, dass zwischen der Wand und ihrem Arsch nicht mehr als 10 Zentimeter Platz war. Hätte ich ihrem Wunsch also Folge geleistet, wäre ich notwendigerweise in, zumindest von meiner Seite, unerwünschten Körperkontakt mit dieser Berglöwin geraten. Stattdessen konstatierte ich das Offensichtliche: „Ich möchte ungern etwas für dich tun, das mir als sexuelle Belästigung ausgelegt werden könnte.“ Alle haben gelacht, sogar die Berglöwin.
    Wenn selbst was alle zum Lachen gebracht hat und was niemandem geschadet hat, mir den Arsch gerettet hat, als sexuelle Belästigung verstanden würde, dann…
    … War schön auf diesem Planeten für eine relativ kurze Zeit gelebt haben zu dürfen!

    Ehrlich – die Berglöwin hat sich die verwundbarsten und schwächsten ausgesucht um sie in ihre Fallen, wie in die hier beschriebene zu locken. Sie hat so etwas öfter gemacht, um hinterher sagen zu können, dass alle auf sie scharf sind. Ich bin nicht darauf reingefallen.

    Ganz plump gesagt, sie hat andere sexuell belästigt und kam damit bisher durch, wegen #Vagina-Card-Blanche.

    Irgendwelche Meinungen dazu?

  28. Henry schreibt am :

    Nur noch dies, für Menschen die des englischen mächtig sind:

  29. Tamara schreibt am :

    Danke, Kim für Deinen Beitrag vom 27.01.2018.
    Er könnte aus meiner Feder stammen. Er stammt auch aus eigener Erfahrung. Die Psychiatrie reviktimisiert Gewaltopfer und dagegen ist noch schwerer anzukämpfen als gegen die Haupttäter.

    Ich bin nach wie vor der Meinung, es sind nicht die Verjährungsfristen das Problem bei der metoo-Debatte, auch, wenn sie ein echtes Problem sind.

  30. Tamara schreibt am :

    Und ja, die Retraumatisierung und Reviktimisierung erreicht noch schlimmere Ausmaße als durch die Haupttat und sogar als die Psychiatrie, wenn es um einen Antrag nach dem OEG geht. Ich warte in erster Instanz bereits sieben Jahre. Für jede Tat musste ich trotz gleichem Täter und gleichem Bundesland einen eigenen Antrag stellen, eine eigene Klage führen usw.
    OEG…die größte Veräppelung deutscher Staatsbürger. Wäre ich nicht voll erwerbsgemindert, ich würde darauf verzichten und lieber meine Würde behalten.

  31. Hubert schreibt am :

    @Tamara
    das was du beschreibst, nennt sich auch mürbe machen.
    Je nach Umfang ist es vielleicht schon als bewusste Folter an der Seele einzustufen mit schweren psychosomatischen Folgen. Die Ursache der daraus entstehenden Symptome werden dann gern noch als erblich bedingt eingestuft. Somit liegt folglich natürlich auch keine Schädigung im Sinne des OEG vor.
    Wie auch immer, wenn die nicht zahlen wollen, lässt sich immer irgendwas als Begründung vorbringen.
    Aber einige wenige Fälle lässt man ja durchgehen. Somit funktioniert dann nachweisbar das System scheinbar ganz gut 😉
    Das alles wurde hier aber auch schon mehrfach erwähnt.

  32. hildegard schreibt am :

    Was Kindern versagt wurde – es rächt sich spät.

    Eine den Kindern gegenüber gnadenlose Gesellschaft zeigte grausame Reaktionen – gleich wo, gleich wann wir Hilfe suchten. Sowohl ein Kind mit seinem Hilferuf gegen Tat/Täter abzuweisen – als auch von überlebenden Erwachsenen die penible Buchführung über jede Tat zu verlangen. Pervers ist beides.
    Beweisführung war vor Jahrzehnten nicht möglich. Das wusste jeder Täter, jeder Richter. Und genau das führte zum Gesetzes-Irrsinn Sexualverbrechen an Minderjährigen verjähren zu lassen.

    Alle Wiederholungstäter gehen auf dieses Konto. Alle unterlassenen Hilfeleistungen sind dieser verfassungsrechtlichen Fehlentscheidung zuzuschreiben. Alle Folgen der Unterlassung von Kinderschutz und Wiedergutmachung muss laut Gesetz die Allgemeinheit tragen. Und die Täter, Wiederholungstäter, Mitwisser – sowie die gesamte rechtsstaatliche Trittbrettfahrerei dieser damaligen Fehlentscheidung sind schützenswerter als Kinder? Bis heute! Und das wusste der Täter/die Täterin sehr genau, nachdem dieses für Kinder wenig gütige, in aller Härte noch gültige Grundgesetz geschrieben wurde.

    Rechtlosigkeit rächt sich.
    Was Kindern fehlt?

    Abnehmende Gewalt auf Schulhöfen verschiebt sich hin zu verbalen Angriffen.
    Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Homophobie müssten die neu gewählte Bundesregierung alarmieren!

    Deutschlandweit wurde zeitgleich das Personal an allen Schulen knapp: Lehrerinnen, Sozialpädagogen, Psychologinnen fehlen – fehlende Wertschätzung, Überlastung, Unterbezahlung.
    Ausgrenzung auf Schulhöfen. Keine Zeit für soziales Lernen, Menschenrechtserziehung und Demokratieförderung. http://www.deutschlandfunk.de/fremdenfeindlichkeit-an-schulen-die-hemmschwelle-ist-sehr.680.de.html?dram:article_id=412807
    Warum müssen Kinder sich selbst aufwerten durch Unterdrückung, Ausbeutung und Herabsetzung anderer?

    Was fehlt in den Familien? Oder sind es nur die vaterlosen Halbstarken, die auf die menschenverachtenden Ideologien hereinfallen?

    Kinder wurden geprägt vom Menschen- und Weltbild der vertrauten Umgebung. Sie übernehmen die Haltung der Erwachsenen und spiegeln den Umgang im privaten Bereich – auf unseren Schulhöfen.

    Was fehlte denn nur in unserer Demokratie, als nur die äußere Abwägung die Finanzierung wirtschaftlicher Weiterentwicklung sichern sollten? Und als die Sorge um Menschen und um innere Werte verloren ging?

    Was fehlte?
    Was rächt sich heute?

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