Sachstand Papst Franziskus

16.05.2018: netzwerkB

Liebe Mitglieder und Freunde von netzwerkB,

am 14. Mai 2018 haben wir Herrn Dr. Hans Zollner gebeten, uns den Sachstand über das lange Schweigen von Papst Franziskus zum Thema ‘Akt der Versöhnung‘ mitzuteilen.

Den aktuellen Stand entnehmen Sie bitte nachfolgendem Schriftverkehr:

Lieber Herr Dr. Zollner,

bitte haben Sie Verständnis, dass ich unseren Gesprächstermin am 17.05.2018 um 12:30 leider nicht wahrnehmen kann, da ich mich in der Vorbereitungsphase meiner Krebsoperation befinde, die am 1. Juni 2018 stattfinden wird.

Wie wir der Presse entnehmen konnten, hatten Sie kürzlich direkten Kontakt mit Papst Franziskus.
Wir sind sehr interessiert zu hören, ob Sie unserer Bitte nachgekommen sind, ihm unser Schreiben ’Akt der Versöhnung’ vom 08.03.2018 an Papst Franziskus persönlich zu übergeben. Es wäre sehr freundlich von Ihnen, uns diesbezüglich den Sachstand mitzuteilen.

Seit 13. Mai 2013 bitten wir den Papst um einen ‘Akt der Versöhnung’.

Für die Mitglieder von netzwerkB ist es unverständlich, warum bisher, seit inzwischen fünf Jahren, keine Reaktion erfolgt ist.

Mit der Bitte um eine kurzfristige Klärung des Sachverhaltes.

Herzliche Grüße Norbert Denef

Antwort von Dr. Hans Zollner am 15. Mai 2018

Lieber Herr Denef,

natürlich habe ich dafür Verständnis, dass wir nicht telefonieren können, und ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute für die Operation am 1. Juni.

Sie hatten ja Ende September eine Mitteilung der PCPM erhalten, und ich hatte Ihnen Anfang März mitgeteilt, dass ich Kardinal O’Malley von Ihrem Anliegen des „Aktes der Versöhnung“ unterrichtet hatte.

Bei der Begegnung mit Papst Franziskus, von der wir am Vorabend erfuhren, war ich zwar unter jenen, die ihm die Hand schütteln konnten, aber nicht einer von jenen beiden, die ihn persönlich ansprechen konnten.

Die Begegnung mit Betroffenen von Missbrauch aus England und Wales während des ersten Tages unseres Treffens verlief sehr gut, wie von allen bestätigt wurde. Die drei Arbeits-Gruppen, die wir gebildet haben widmen sich: dem Kontakt mit Betroffenen und Opfern, den Leitlinien und der Aus- und Fortbildung. Für letztere Gruppe zeichne ich verantwortlich.

Da ich einen Tag früher das Treffen verlassen musste, weiß ich nicht, gehe aber davon aus, dass Ihr Anliegen – neben anderen – an die erstgenannte AG weitergegeben wurde.

Herzliche Grüße,
Hans Zollner SJ
Preside
Istituto di Psicologia
Pontificia Università Gregoriana
Piazza della Pilotta 4
00187 Roma / Italia
fon +39 06 6701 5184
fax +39 06 6701 5908
mailto: psicolpres [at] unigre.it
www.unigre.it/psicologia
www.unigre.it/prof/zollner

Mehr auf netzwerkB: Dr. Hans Zollner im Gespräch mit netzwerkB

4 Kommentare

  1. Susanne schreibt am :

    Sehr geehrte Öffentlichkeit,sehr geehrte Kirchenverantwortliche, und nicht zuletzt sehr geehrte lebenslang Betroffene sexualisierter Gewalt,

    ich finde es unfaßbar respektlos, wie die katholische Kirche mit einem der politisch aktivsten Fürsprecher der Betroffenen sexualisierter Gewalt in Deutschland umgeht. Er hat selbst innerhalb der katholischen Kirche jahrelange massive Gewalt erlitten, die sich in dem Vertuschen des Vorgangs durch die Kirche in seinem späteren Leben fortsetzte. Er wird bis zum heutigen Tage immer wieder mit absolut nichts in der Hand abgespeist, nicht einmal eine Auseinandersetzung mit seinen Anliegen wird ihm gewährt. Seit Jahrzehnten kämpft dieser Mensch unermüdlich mit seinem ganzen Sein gegen diese unfaßbare Ignoranz der Institution Kirche gegen über dem menschlichen Leid, was ihre Würdenträger (und die Täter der gesamten Gesellschaft) verursacht haben, an. Ich finde der Umgang mit ihm ist ein Skandal von öffentlichem Interesse. Es zeigt wie tiefgreifend die Bagatellisierung des verursachten menschlichen Leidens bei Tätern und Nichtbetroffenen verankert ist. Die katholische Kirche, vertreten durch ihren Papst, übernimmt nicht die geringste Verantwortung für ihre Taten. Ein paar Gruppen, wo man sich um die Ausbildung, Leitlinien und das persönliche Gespräch mit einem Millionstel der Opfer, kümmert, zeigt, dass es niemals um Verantwortungsübernahme für die geschehenen und zukünftigen Taten geht. Es wird so getan, als gäbe es die kirchlichen Täter nicht.
    Eine Institution, die davon spricht, eigene moralische Werte in dieser Welt zu vertreten, ist unfaßbar brutal und herzlos gegenüber dem Leid, dass sie selbst verursacht hat!
    So viel zur Echtheit des Glaubens, des Guten, und der Moral in der (nicht nur katholischen) „christlichen“ Kirche. Erschütternd!
    Gruß, Susanne

  2. Anna schreibt am :

    Wieso wurde in mehreren katholischen Kirchen in Bamberg randaliert? Mit Bestürzung und Fassungslosigkeit wurden zerstörte Heiligenfiguren und finanzielle Schäden beklagt. Zum Glück sind diese Figuren unbeseelt und zum Leiden unfähig.
    Wieso mangelt es an ebensolcher Bestürzung und Fassungslosigkeit, wenn es sich um Schädigungen von Opfern durch Kirchenautoritäten handelt, wobei die Opfer sowohl eine Seele haben als auch Leiden zu ertragen hatten und noch haben ? Dies könnte mit Ignoranz, Empathielosigkeit, oder Schlimmerem in Zusammenhang stehen.

    Über eine Belastung mit Schuld kann nicht mit einer Unschuldsbekundung hinweggetäuscht werden.

  3. hildegard schreibt am :

    Wer den Anfängen nicht wehrt wird die Schuld mit verantworten müssen, die sich in der DNA der Bevölkerung festsetzt.
    In Aachen, Bamberg, Regensburg …
    Im Sport in den USA – Menschen mit guten Absichten haben nicht das Geld und nicht die Ermittler und so viele Fälle zu bearbeiten, dass sie gar nicht wissen, was sie als erstes tun sollen http://www.deutschlandfunk.de/sexueller-missbrauch-im-sport-treten-auf-der-stelle.1346.de.html?dram:article_id=418335
    In der Berliner Politik verwechselt eine Ministerin Tierquäler und Tierschützer – sie will die Täterschaft schützen.
    In Medien vergaß man 12 Jahre und verdrängt diese Vergangenheit

    Anzeige_Freitag.jpg

    – ein Anzeigentext, den die BZ nicht veröffentlichen wollte/durfte/möchte/konnte …

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