Skandal von öffentlichem Interesse

18.05.2018: netzwerkB Pressemitteilung

Ein Kommentar zum Artikel ‘Sachstand Papst Franziskus

Sehr geehrte Öffentlichkeit,
sehr geehrte Kirchenverantwortliche,
und nicht zuletzt sehr geehrte lebenslang Betroffene sexualisierter Gewalt,

Ich finde es unfaßbar respektlos, wie die katholische Kirche mit einem der politisch aktivsten Fürsprecher der Betroffenen sexualisierter Gewalt in Deutschland umgeht.

Er hat selbst innerhalb der katholischen Kirche jahrelange massive Gewalt erlitten, die sich in dem Vertuschen des Vorgangs durch die Kirche in seinem späteren Leben fortsetzte.

Er wird bis zum heutigen Tage immer wieder mit absolut nichts in der Hand abgespeist, nicht einmal eine Auseinandersetzung mit seinen Anliegen wird ihm gewährt.

Seit Jahrzehnten kämpft dieser Mensch unermüdlich mit seinem ganzen Sein gegen diese unfaßbare Ignoranz der Institution Kirche gegen über dem menschlichen Leid, was ihre Würdenträger (und die Täter der gesamten Gesellschaft) verursacht haben, an.

Ich finde der Umgang mit ihm ist ein Skandal von öffentlichem Interesse.

Es zeigt wie tiefgreifend die Bagatellisierung des verursachten menschlichen Leidens bei Tätern und Nichtbetroffenen verankert ist.

Die katholische Kirche, vertreten durch ihren Papst, übernimmt nicht die geringste Verantwortung für ihre Taten.

Ein paar Gruppen, wo man sich um die Ausbildung, Leitlinien und das persönliche Gespräch mit einem Millionstel der Opfer, kümmert, zeigt, dass es niemals um Verantwortungsübernahme für die geschehenen und zukünftigen Taten geht. Es wird so getan, als gäbe es die kirchlichen Täter nicht.

Eine Institution, die davon spricht, eigene moralische Werte in dieser Welt zu vertreten, ist unfaßbar brutal und herzlos gegenüber dem Leid, dass sie selbst verursacht hat!

So viel zur Echtheit des Glaubens, des Guten, und der Moral in der (nicht nur katholischen) „christlichen“ Kirche.

Erschütternd!

Gruß, Susanne

Weiterführende Information: Sachstand Papst Franziskus

4 Kommentare

  1. eliana schreibt am :

    Wie nennt man eine Organisation, die Verbrecher aufwendig schützt und sich um die Opfer nicht schert? Richtig, Mafia. Der Begriff „herzlos“ macht hier keinen Sinn mehr.

  2. hildegard schreibt am :

    … und fraglich, ob bei Verrat auf der ganzen Linie Beten hilft – “christliche” Kirchen, nein danke!
    Umkehr und Veränderungen mieden sie wie die Pest, hielten mit Gewalt an der Macht sich fest.
    Die Obrigkeiten katholischer oder protestantischer Kirchen. Sie fürchten und hassen, meiden und schneiden fast ausnahmslos die Menschen mit echt christlicher Überzeugung, mit offener Gesinnung.
    Sie scheuen das Feuer das in jenen brennt, das anstecken kann, das keinen verbrennt.
    Aber zum Hüten des Feuers waren sie einmal angetreten – im Namen eines Großen Geistes, der sicher nichts gegen eine Heilige Geistin einzuwenden hätte.

  3. Karl Görtz schreibt am :

    3. Öffentliches Hearing „Kirchen und ihre Verantwortung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs“

    Was ist seitdem passiert? (Anmerkung: seit 2010)

    Antwort: NICHTS! NUR PLATTGEBÜGELTE SKANDALE ALLERORTEN!

    Wie erleben Betroffene die Aufarbeitung in ihrer Kirche?

    Antwort: IMMERWÄHREND ABWEHREND!

    Was braucht gelingende Aufarbeitung?

    Antwort: FINANZIELLE ENTSCHÄDIGUNG FÜR JEDES KAPUTTE JAHR!

    Welche Auswirkungen hat mangelhafte oder verwehrte Aufarbeitung für Betroffene?

    Antwort: ARMUT, KRANKHEIT UND SUIZIDE!

    Wie kann Aufarbeitung in der Kirche verantwortlich weitergehen?

    Antwort: MIT EUREN SEIT ACHT JAHREN EINGEFRÄSTEN DENKMUSTERN : ÜBERHAUPT NICHT!UND WIESO VERANTWORTLICH WEITERGEHEN? WAR MAN DAS ÜBERHAUPT IN DEN ZURÜCKLIEGENDEN 8 JAHREN? VERANTWORTLICH?

    https://www.aufarbeitungskommission.de/3-oeffentliches-hearing-kirchen-und-ihre-verantwortung-zur-aufarbeitung-sexuellen-kindesmissbrauchs/

    —————————————————-
    Annerkung von Norbert Denef:
    ich stimme Karl voll und ganz zu!
    Vielen Dank für diesen Kommentar!

  4. Pit Van CalvinII schreibt am :

    Das Bezeichnende an diesen Kirchen ist ihre Wertschätzung und Einteilung der Bedeutsamkeit des Geschehenen. So richten und urteilen sie elaborat über die auf Konsens aufgebaute Liebe zwischen Erwachsenen, die entweder gleichgeschlechtlich lieben, oder polyamourös und nicht in Ehe gebunden stattfinden, und relativieren die Züchtigung von Kindern und den Kindesmissbrauch darüber herunter, als könne dieser im Schatten „wichtigerer“ Themen gern verblassen und ungesehen bleiben.

    Daran lässt sich letztlich die gesamte Ernsthaftigkeit (nämlich keine) erkennen, mit der die Kirchen an ihre Schuldigkeit heran gehen. Das Verschleppen, Vertuschen und Gras drüber wachsen lassen allein schon durch Untätigkeit und Unwille zur Aufarbeitung zeigt uns ein deutliches Zeichen.
    Wie soll man auch von einer Organisation, welche in der eigenen konstruierten Realität lebt und deren Folger die Wirklichkeit kontinuierlich wegblendet, erwarten können, dass sie für ihre verursachte Schande je Verantwortung übernimmt?
    Wenn die Selbstherrlichkeit, scheinheilige Rituale, Geld, Macht und die Erhaltung der Pädophilen-Ringe, als auch das Herabtreten gegen alternative Opfergruppen Jenen wichtiger sind, als aller Missbrauchsopfer erlebtes Leid es sein könnte?

    Die Weigerung, Vertuschung, Verschleppung und im Weiteren Verleugnungsstrategien zeigen das wahre Gesicht jener Kirchen und ihrer Vertreter her. Es ist ein zutiefst unehrliches Gesicht, so, wie schon die gesamte Glaubenslehre eine Unehrliche ist. Diverse Kirchenfürsten besitzen weder Anstand, noch Rückgrat, noch einen Anflug von Ehre oder Aufrichtigkeit.

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