Pennsylvania – Bistum Magdeburg

17.08.2018: netzwerkB Pressemitteilung

netzwerkB Pressemitteilung vom 17. August 2018

Der Bericht von Pennsylvania über das Ausmaß der Verbrechen sexualisierter Gewalt innerhalb der katholischen Kirche ist leider kein Einzelfall sondern die Regel.

Breits am 5. Dezember 2005 berichtete der Spiegel in „Verirrte Hirten“ über einen Fall im Bistum Magdeburg wie die Verbrechen eines Serientäters systematisch vertuscht wurden. Das Opfer sollte mit 25.000 Euro zum Schweigen gebracht werden.

Eine Aufarbeitung dieser Verbrechen wurde bisher erfolgreich verhindert – von Kirche und Staat.

netzwerkB bittet die Medien darum hier mal kritisch nachzufragen.

Weitere Informationen: https://netzwerkb.org/wp-content/uploads/2007/02/verirrte-hirten.pdf

Für Rückfragen:
netzwerkB – Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V.
Telefon: +49 (0)4503 892782 oder +49 (0)160 2131313
presse [at] netzwerkb.org

14 Kommentare

  1. Andreas Stark schreibt am :

    Im Bericht -Ergebnisse der zweiten Fragebogenerhebung- der „Umfrage zu Erwartungen von Betroffenen sexuellen Missbrauchs in Kindheit und Jugend an die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs“ wird formuliert (Zitat Seite 25): Der von den Befragten geäußerte Bedarf an Forschung weist in zwei Richtungen: zum einen sind bereits vorliegende Forschungen und ihre Ergebnisse nicht ausreichend bekannt und es sollte über Strategien der Verbreitung nachgedacht werden. Zum anderen gibt es noch viele offene Fragen in diesem Feld. Allerdings wurde ganz überwiegend eine Forschung gewünscht, die unmittelbar der Verbesserung der Lebenslagen Betroffener dient und spürbar zur Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse beiträgt. Es gab auch Meinungen, die Zweifel an zusätzlichem Forschungsbedarf hatten und verlangten, dass bereits vorhandene Erkenntnisse endlich umgesetzt werden.

    Denen, die die Umsetzung von Ergebnissen verlangen stimme ich zu. Vertuschung ist die Regel, Aufarbeitung Klärung von (auch multifaktoriellen) Verantwortlichkeiten, Vor-Gericht-Stellung von (in diesem Falle institutionellen) Tätern, Entschädigung (die den Namen verdient) usw.
    finden nicht oder nicht adäquat statt.
    Ausbau von Unterstützung, Finanzierung von Therapie, Entschädigung bzw. „Evaluation zum Justizversagen“ (ebenfalls siehe oben, Seite 25) ist nur dann ein Thema, wenn es medial vermarktet werden könnte. (Also eben kein Thema.)
    Also müssen wir z.B. in Leserbriefen von den Medien verlangen, genau über diese Themen informiert zu werden.

    In den Berichten zu Pennsylvania fiel mir sofort auf, dass von häufiger Verjährung die Rede war. Also erinnere ich in diesem Zusammenhang genau an unsere Forderung: Weg mit Verjährungsfristen!

  2. Andreas Stark schreibt am :

    Zum Forschungsbericht selbst fällt mir (leider) (so interessant die Ergebnisse auch teilweise sein mögen) nur folgender Kommentar ein:

    Und sie forschen und sie forschen. Hmm, jetzt kann ich nicht schreiben, „Und wenn die Betroffenen schon längst gestorben sind, forschen sie wohl immer noch…“ Denn wenn Politik, Politiker und Staat nicht in die Verantwortung des Handelns gehen und endlich Kinderschutz vor Elternschutz, wirksame Schutz- und Kontrollmaßnahmen in Institutionen (nicht nur Kirche), tatsächliche (fachgerechte) Hilfe durch Jugendämter usw. umsetzen, dann wird es weiterhin jeden Tag neue Betroffene geben – und sie forschen dann wohl immer noch.

  3. Karl Görtz schreibt am :

    Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen hat damals euphorisch und „bei gutem Wein“ (sic!) gemeinsam mit dem Vertragspartner (Kooperationspartner Kirche) auf das ganz Große angestoßen um das Mögliche vielleicht aufzuarbeiten, was jetzt in den USA herauskam. Leider war das KFN lediglich naiv. Scheiße aber auch, wenn der Täter hier in Deutschland nicht kooperationsbereit ist und nicht spuren will, gel? Man kann auch sagen: Hier in Deutschland wird es Nichts zu sehen geben. Schauen Sie bitte nach den USA oder GB.

    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/christian-pfeiffer-spricht-im-interview-ueber-den-streit-mit-der-kirche-a-878441.html

  4. Karl Görtz schreibt am :

    „Zu dem aktuellen Bericht haben auch eine halbe Million Dokumente beigetragen, die bislang in den Geheimarchiven der Bistümer unter Verschluss gehalten worden waren. Die Ermittler in Pennsylvania hatten sich mit juristischem Druck Zugang verschafft.“

    https://www.taz.de/Vorwurf-an-katholische-Kirche/!5528832/

    Kommentar:
    In Deutschland ist so etwas obligatorisch nicht möglich! Wer wären in Deutschland denn in diesem Fall die Ermittler?

  5. hildegard schreibt am :

    … tja, da regen sie sich auf anstatt etwas zu verändern – vorgestern Rörig über die DBK, gestern Ackermann in seiner Retourkutsche namens der DBK – und wir Betroffenen sollen Staat und Kirche auch noch ernst nehmen? Sie beide werden es uns im netzwerkB nie verzeihen, dass wir den Täterschutz via Verjährung und die fehlende Anzeigepflicht immer wieder deutlich anprangern.

    Es geht uns um Wahrheit und Klarheit. Erreichen wollen wir die Versöhnung und halten sie nach wie vor für alternativlos. Anderenfalls gibt es nicht den Rechtsfrieden, von dem sie nur daher reden.
    Diese Kirche aber will sich auf unser Angebot nicht festlegen. – Was ist das für eine Haltung? – Aus christlicher Perspektive gesehen ist sie in meinen Augen der blanke ETIKETTENSCHWINDEL.
    Und den halten wir hier für reichlich unerträglich.

    Und ihr Medienleute! Hättet ihr nicht gerade hier eure Bringschuld zu leisten? – und zwar nicht nur stur Bericht-zu-erstatten, wo es den Obrigkeiten passt?? …!
    Bitte, tut endlich beherzt euren Job und bleibt dran!

  6. Viele Leute kommentiert mit einem Link zur Forschung selbst, danke euch allen.

  7. elfi schreibt am :

    Rörig & Co. sollen sich um die Probleme hier kümmern keine Verjährung bei Sexualstraftaten und Entschädigung der Betroffenen/Opfer.
    Schlimm was in USA ans Licht gekommen ist. deshalb weltweit: #metoo no sexkiller
    aber jedes Land für seine Fälle vorrangig!

  8. kar schreibt am :

    Es juckt mir geradezu in den Fingern Links auf Seiten Dritter mit „gelebter Homosexualität“ zu verlinken.

    Siehe dazu https://www.queer.de/detail.php?article_id=31768

    Dies unter Berufung auf Hans-Christoph Neuert!

    „Ich bin
    eure Lügen leid

    mit denen ihr
    euch selbst
    betrügt

    die Seelen
    anderer
    verseucht

    Verrat
    am wahren
    Leben übt“

  9. Esther, Simon schreibt am :

    Ich stimme Dir zu, Elfi!

  10. hildegard schreibt am :

    Ihr „VERIRRTEN HIRTEN“ der Religionen und ALL IHR NORMAL STERBLICHEN Mächtigen, die ihr unisono euren Etikettenschwindel nicht wahrhaben wolltet, mit dem eure Macht schändlich missbraucht wurde!

    Es gibt viel zu viel Gewalt in der Welt. Mehr als genug. Und ihr schweigt. Es gibt allerhöchste Zeit, dass ihr euch bekennt, statt auf vermeintlichen Lorbeeren auszuruhen und auf falschen Vorstellungen zu hocken.
    Der Flächenbrand der Gewalt ist da. Mit eurem anhaltendem Schweigen und Vertuschen, mit euren oberhoheitlichen Fehlurteilen provoziert ihr böse Wortgefechte, immer mehr Gewalt jeglicher Art. Es brennt.

    Die Schwächsten lasst ihr allein, lasst sie ertrinken und in Hartz IV versinken.
    Eure Hörigkeit verstörte die Kinderseelen. Euer Schweigen brachte viele ums Leben. Euer Täterschutz stank zum Himmel. Euer schlechtes Beispiel verdarb die Gewissen der Beteiligten.

    Hört endlich auf leise zu treten. Öffnet die Archive eurer Scheinheiligen!
    Antreten solltet ihr zum Akt der Versöhnung! Wo das Recht unter die Räder kam wurde unsere Demokratie zerstört. Die Lügen nehmen kein Ende. Logische Folge eures Versagens waren weitere Verbrechen an Schutzbefohlenen, war das weich gespülte Grundgesetz, die Verjährung der Seelenmorde.
    Hass, Sexismus, Rassismus verbreiteten die Gewalt.

    Euer Schönreden gilt nicht mehr. Zu viel Gewalt regiert die Welt!
    Eure “Wochen des Urlaubs und eure Vortragsreisen” in A. und O. und sonst noch wo – sie verfehlen ihr Ziel ohne den Geist der Wahrheit – nur der kann euch noch frei machen!!

    Falls ihr diese Sprache versteht, dann sorgt schleunigst für Richtigstellungen, wo Leid und Elend mancher Menschen noch vermeidbar sind.
    Handelt jetzt und bewegt euch!

  11. Andreas Stark schreibt am :

    Gute Worte und Sätze Hildegard, und: Ich glaube schon, dass die Sprache nur dann verstanden werden kann, wenn diese Sätze nicht an die Hirten gerichtet werden. Sondern an die ‚Schafe‘, um im Sprachgebrauch zu bleiben. Zum Einen ist das Neu – oder Umdenken schon immer ein sehr langer Prozess gewesen, zum Anderen scheint in der Kirche noch nicht die Zeit zu sein, dass Hirten ihr Schweigen über sich selbst und ihre Strukturen beenden. Dies trifft aus meiner Sicht auch auf den Staat zu, in dem z.B. immer noch darüber geredet wird, ob Kinderschutz ins Grundgesetz soll oder eben nicht soll. Einsichten und Erkenntnisse brauchen Zeit, Veränderungen dann wohl ebenfalls. Abgesehen davon stecken auch die, die für oder gegen deine / unsere berechtigten Forderungen sind, in irgendwelchen Gemeinschaften, denen sie ja auch noch verpflichtet sind oder ihnen dienen. Damit meine ich also Sachzwänge empfinden, aus denen sie allein kaum rauskommen. Zumal sie von den Strukturen und / oder Sachzwängen ja auch noch leben. Es sei denn, die Schafe, Bürger also wir zwingen sie aus ihren Sachzwängen und Verpflichtungen und alten Denkmodellen heraus. Also verbreiten wir diese richtigen Kommentare doch bitte so weit es geht, an die die jetzt schon hören können und selbst wieder verbreiten können. Appell also an uns, dies zu tun statt Worte an geschlossene Ohren (aus welchen Gründen auch immer) zu richten.

  12. Hubert schreibt am :

    Das ganze Thema ist doch längst in der Diskussionflut versumpft. Damit haben die ihr Ziel bereits erreicht.
    Wer will, kann den Verantwortlichen dazu gratulieren.
    Der finanzielle Spareffekt scheint ja wohl insgesamt enorm zu sein. Die Allgemeinheit ist bereits genervt bzw. gelangweilt vom Thema – der Sensationseffekt ist erblasst. Eigentlich schade, wenn man das jetzige Endergebnis betrachtet.

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