Gedenktag – falsch und verlogen

30.10.2018: netzwerkB Pressemitteilung

netzwerkB Pressemitteilung vom 30.10.2018

Gedenktag für Opfer ‘sexuellen Missbrauchs‘ in der katholischen Kirche

Für Deutschland haben die Bischöfe festgelegt, dass dieser von den Kirchengemeinden rund um den 18. November begangen werden sollte, an dem zugleich der „Europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“ ist. 

Der Vorsitzende von netzwerkB, Norbert Denef, nimmt dazu wie folgt Stellung:  

Anstatt die Verbrechen aufzuarbeiten und die Opfer angemessen zu entschädigen, will man nun an einem Gedenktag für die Opfer beten: Das ist mehr als falsch und verlogen – es ist Salz in die Wunden der Opfer.

Für Rückfragen: 
netzwerkB – Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V. 
Telefon: +49 (0)4503 892782 oder +49 (0)160 2131313 
presse [at] netzwerkb.org 
www.netzwerkB.org

9 Kommentare

  1. Gedenken reicht nicht. Die Kirche sollte sich ihrer Fürsorgepflicht in angemessener Weise stellen und den Opfern von Missbrauch eine Entschädigung (Schmerzensgeld, Kompensation, wie auch immer) zusprechen.

  2. Gabriele schreibt am :

    Thoughts and Prayers, der übliche Müll halt. Bloß nichts machen, so verlogen das Ganze.

  3. Irene Kraft schreibt am :

    Liebe Mitstreiter,
    ich bin entsetzt und wütend über diese dreiste, schamlose Verlogenheit.
    Das ist eine Verhöhnung der Opfer! Und das wissen sie. Denn so wenig Einfühlungsvermögen kann kein Mensch haben.
    Statt sich solche perfiden Strategien auszudenken, wie sie sich vor Entschädigungen drücken, sollten sie für die eigene Besinnung und Einsicht beten.
    Gruß Reni

  4. Esther schreibt am :

    Als ich gestern gelesen habe, daß die katholische Kirche einen “ Gedenktag für Opfer sexuellen Missbrauchs “ durch Vertreter dieser Kirche einführen will, habe ich meinen Augen nicht getraut.
    STEHT DAS DA WIRKLICH ?
    IST HEUTE DER 1. APRIL ?
    DAS KANN NICHT WAHR SEIN ?
    Das übertrifft alle Dreistigkeit und Verlogenheit und verhöhnt die Opfer wiederholt schamlos !!!
    Bisher, und das wird sich auch nicht ändern , hatte ich eine Definition von Gedenktag: -Dass etwas Unfassbares geschehen ist, bei dem es Opfer gab. Dass soetwas nie wieder geschehen darf.Und, dass der Opfer gedacht wird.-Wenn wir an den 1. und 2. ATOMBOMBENABWURF denken als Beispiel, das ist ein Gedenktag…
    Ich bin so empört!!!
    Der Seelenmord findet weiter statt, die Vertuschung ebenfalls und Heiligkeiten versuchen sich nach wie vor scheinheilig herauszuwinden. PFUI !
    Meiner Meinung kann „man“ nur Licht ins verlogene Dunkel bringen, durch Aufhebung der Immunität der Kirche und Aufhebung der Verjährungsfrist.
    Bei MOrd ist der Mensch tot !
    Bei Seelenmord muss er “ weiterleben „.

  5. Christophe Didillon schreibt am :

    Anstatt sich selber zu feiern, sollte die Kirche endlich anfangen, missbrauchte Kinder umfassend zu entschädigen und Verantwortung zu übernehmen für alle, welche heute erwerbsgemindert sind und unverschuldet vom Steuerzahler abhängig sind. Unterzeichnet bitte meine Petition. Sie stellt keine Konkurrenz zur Forderung einer Abschaffung der Verjährungsfristen dar, sondern soll zugleich die Rechte der Opfer stärken:
    https://www.change.org/p/ratsvorsitzender-bedford-strohm-und-kardinal-marx-herren-bedford-strohm-kardinal-marx-beenden-sie-die-not-von-missbrauchsopfern-der-kirche-79a2f292-d378-498a-b475-4f0ff22af15b

  6. Ich will nicht, dass die Kirche meinen erlebten Missbrauch zum Anlass des Gedenkens nimmt.
    Ich will, dass die Kirche, in meinem Fall der Orden Salesianer Don Boscos, die Opfer ernst nimmt und nicht Vergebung im Gebet sucht.
    Das Leid, welches die Opfer von Missbrauch ihr Leben lang in sich tragen, lässt sich nicht durch Gebete wegzaubern.

    Um dieses deutlich zu machen, sollten sich Betroffene zusammentun und am Sonntag, den 18. November zur Messe vom Erzbischof Koch (in Berlin) gehen und sagen, dass wir kein Gedenken brauchen, sondern den Willen der Kirche den Opfern eine angemessene Entschädigung zukommen zulassen.

  7. hildegard schreibt am :

    … meistens sind sie falsch, verlogen!
    Lüge ist Gewalt und vergiftet Vertrauen.
    Korruption ist Betrug, ist Lügentheater, zerstört Leben.

    Versöhnung kann mit Kleriker*innen, Oberhirten und den heutigen Staatsdiener*innen dann gelingen, wenn diese die Folgen völlig falscher Verjährungsgesetze anerkennen; diese die persönliche Verantwortung in der Religion – jene die eigene Zuständigkeit für das Recht, für die Wahrheit, für die Klarheit.
    Keine Abstrafung kann greifen. Alle wussten vom Seelenmord. Ungezählte starben an Verzweiflung, im Elend. Für die Alt-Betroffenen müssen jetzt angemessene Ent-Schädigungen gewährt werden.
    Die ‚Macht des Rechtes‘ wurde korrumpiert zu einem Recht der Macht.

    Kein Opfer führt ein gutes Leben.
    Kein Täter kann ein freies führen.
    Das Gift der Schuld braucht die Erlösung!

    Im cumex-Skandal “hatte der Staat mit falscher Gesetzgesetzgebung den Plan für den Steuerbetrug entworfen” – eine Erkenntnis aus https://www.youtube.com/watch?v=J1XA320LiUk&feature=youtu.be (1h+11min!) und “erst als alles über das perfekte Verbrechen ausgesprochen war, fühlte sich der Ingenieur dieser Teufelsmaschine frei – er saß im Auge des Hurrikans”
    Geht es bei cumex (/Dieselgate) “nur” ums Geld?
    Gift und Gewalt, Lüge und Zerstörung, Betrug und Korruption sind auch hier im “Spiel”.

    Fazit:
    Echte Aufklärung kann leisten, wer von der Staatsanwaltschaft anständig behandelt wird!
    Eins zu Null für ‚Macht des Rechtes‘ in unserem Rechtsstaat!
    🙂

  8. Auszug aus dem Gebetstext zum 18. November, zu finden unter https://www.dbk.de/themen/sexueller-missbrauch/gedenktag/

    „Wir bekennen vor dir
    das Wegschauen, Schweigen und Nichtstun derer, die die Taten geahnt haben und ahnen.“

    Ich vervollständige die Zeilen:

    „Wir bekennen vor dir
    das Wegschauen, Schweigen und Nichtstun derer, die die Kinderseelen zerstört haben und deren Leben.“

    „Wir bekennen vor dir
    das Hinhalten, Schweigen und Nichtstun derer, die die Fürsorgepflicht innehatten und haben.“

    „Wir bekennen vor dir
    das Taktieren, Ignorieren und Nichtstun derer, die für Entschädigungszahlungen zuständig sind und negieren.“

    „Yahwe, höre unsere Klagen
    und schütte über die Entscheidungsträger den Kelch der Weisheit
    sowie den Kelch der Empathie aus.“

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